Seniorentheater: Kritische Liebeserklärung an Meißen
Meißen. Warum lebt man dort, wo man lebt? Aus Zufall, aus Notwendigkeit, aus Liebe? Diese Fragen standen am Anfang von „Kommen & Bleiben“, dem neuen Stück der Seniorentheatergruppe Sentha am Theater Meißen. Am 2. und 3. Oktober wurde es uraufgeführt. Nach Angaben des Theaters mit viel positivem Feedback, im Anschluss an beide Vorstellungen sei mit dem Publikum diskutiert worden.
Das Ensemble zählt derzeit 16 Mitspielende. Das Stück lebt laut Theater vor allem von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen. Es geht um Nähe und Begegnung, um Sehnsucht, ums Ankommen und Loslassen, und um die Frage, wie der eigene Wohnort ein Leben prägt und was man selbst an ihm verändert hat. Das Theater nennt den Abend „vielleicht auch eine kritische Liebeserklärung an Meißen“.
Geleitet wird die Gruppe von Utz Pannike. Er arbeitet seit 2002 mit den Seniorinnen und Senioren und erarbeitet mit ihnen in jeder Spielzeit ein Stück. Nach seiner Einschätzung gibt es vermutlich kein vergleichbares Theater in Deutschland, in dem eine Laientheatergruppe so selbstständig und mit voller Unterstützung des Hauses proben darf. Das Theater sieht im Seniorentheater zudem ein Mittel gegen Vereinsamung im Alter.
„Kommen & Bleiben“ ist als erster Teil einer Trilogie zum Stadtjubiläum gedacht. 2027 und 2028 sollen zwei weitere Stücke entstehen, die im Jubiläumsjahr 2029 zu 1.100 Jahren Meißen gemeinsam uraufgeführt werden. Auch das Junge Theater Meißen steuert einen Beitrag bei: Sein Stück „Pop up“, ebenfalls unter der Leitung von Pannike, hat am 4. November um 18 Uhr auf der Kleinen Bühne Premiere, eine weitere Vorstellung folgt am 5. November.
Wer „Kommen & Bleiben“ verpasst hat, kann Ausschnitte noch sehen. Laut Spielplan zeigt Sentha am Dienstag, 10. November, um 16 Uhr und am Sonntag, 15. November, um 14 Uhr eine szenische Collage aus dem Stück im Stadtmuseum Meißen, als Intervention in der Kabinettausstellung „175 Jahre Theater Meißen“.
Die Gruppe sucht nach eigenen Angaben immer wieder „Seniorennachwuchs“. Geprobt wird jeden Donnerstag um 15.30 Uhr.