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Radebeuler CDU-Abgeordneter rüttelt an der Brandmauer zur AfD

Radebeuler CDU-Abgeordneter rüttelt an der Brandmauer zur AfD
MdL Sven Eppinger aus Radebeul (CDU). Foto: CDU Kreisverband Meißen
Von: Meißen News
Sven Eppinger sorgt wieder für Streit um die Brandmauer zur AfD. Er plädiert für punktuelle gemeinsame Abstimmungen im Landtag.

Die Brandmauer zur AfD bekommt in Sachsen bekommt wieder neue Risse. Der Radebeuler CDU-Landtagsabgeordnete Sven Eppinger, Vorsitzender der parteiinternen Heimatunion, hat sich dafür ausgesprochen, dass seine Fraktion im Sächsischen Landtag punktuell mit der AfD-Fraktion abstimmt. Hintergrund ist die Lage der Minderheitsregierung aus CDU und SPD, die bei Abstimmungen regelmäßig auf Stimmen anderer Oppositionsfraktionen angewiesen ist. Das sagte Eppinger der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. 

Eppinger argumentiert, die Regierung stütze sich bereits heute auf Mehrheiten mit Grünen und Linkspartei. Zugleich verweise die CDU auf ihren Unvereinbarkeitsbeschluss, der Kooperationen sowohl mit der AfD als auch mit der Linken ausschließe. Diese Praxis sei widersprüchlich, sagte Eppinger. Er selbst sehe sich als Vertreter einer wertekonservativen und rechtsliberalen Politik und betonte seine Verbundenheit mit Sachsen und dem „deutschen Vaterland“.

Zur Begründung zog Eppinger zudem die sächsische Verfassung heran. In Paragraf 39 heißt es, Abgeordnete verträten „das ganze Volk“. Daraus leitet er ab, dass im Interesse des Landes eine Zusammenarbeit zwischen gewählten Mandatsträgern möglich sein müsse – ausdrücklich auch mit den AfD-Abgeordneten, die in Sachsen von einem großen Teil der Wählerinnen und Wähler unterstützt werden.

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Der CDU-Parteitagsbeschluss untersagt zwar „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit AfD und Linken. Nach Eppingers Auffassung ist jedoch auslegungsbedürftig, was unter „ähnlichen Formen“ zu verstehen ist. Wenn mit Stimmen der Linken im Bund und im Land Verfassungsänderungen oder Haushalte beschlossen würden, müsse es auch möglich sein, Mehrheiten mit der AfD zu finden, so der CDU-Politiker.

Eppinger verwies außerdem auf persönliche Überschneidungen: Viele Mitglieder der AfD seien früher in der CDU gewesen, und auch in seinem beruflichen Alltag als Arzt in Radebeul begegne er AfD-nahen Menschen. Im Parlament müsse man nicht so tun, als kenne man sich nicht, sagte er.

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