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Radebeul: Brücke statt Ampel an der Weintraube

Bahnsteig des S-Bahn-Halts Radebeul-Weintraube mit Überdachung, Zuganzeige und Gleisen
Der S-Bahn-Halt Radebeul-Weintraube im Mai 2014. Foto: Kleeblatt187/Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Der Radebeuler Stadtrat hat sich für eine Rad- und Fußgängerbrücke über die Weintraubenstraße entschieden, mit 18 zu 9 Stimmen. Bis dort jemand hinüberradelt, ist aber noch vieles zu klären.

Radebeul. Ampel, Kreisel oder Brücke? Am S-Bahn-Halt Weintraube ist die Richtung jetzt klar. Der Stadtrat hat am Mittwochabend mit 18 Ja-Stimmen bei 9 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen die Rad- und Fußverkehrsbrücke zur Vorzugslösung für die Weintraubenstraße gemacht.

Sie soll unmittelbar am Haltepunkt über die Straße führen und ihn mit dem Stadion, der Jugendherberge und dem Lößnitzgymnasium verbinden. Laut Beschlussvorlage ist sie die einzige untersuchte Variante, bei der Radler und Fußgänger ohne Unterbrechung weiterkommen, ohne den Verkehr auf der Weintraubenstraße zu bremsen. Zwei Ampellösungen und ein Minikreisverkehr schieden aus. Für den Kreisel ist es zu eng, und Busse kämen schlecht herum.

Zum Beschluss gehört auch, die südliche Richard-Wagner-Straße für den Kfz-Durchgangsverkehr zu sperren. Rund 530 Fahrzeuge am Tag nutzen sie nach Schätzung des Gutachters heute als Abkürzung. Wo die Straße am Bahnhof endet, soll ein Stadtplatz entstehen. In der Studie trägt er den Namen Saxoniaplatz.

Die Brücke ist darin fünf Meter breit geplant, mit Planken aus glasfaserverstärktem Kunststoff auf Stahlträgern. Die Rampen steigen sechs Prozent an, im Westen sind sie rund 60 Meter lang, im Osten rund 45 Meter. Für das Bauwerk allein liegt ein erster Kostenansatz von rund 818.000 Euro brutto vor. Alle sieben Teilmaßnahmen rund um den Halt, darunter der Ausbau der Weintraubenstraße, ein Kombiparkplatz am Krokofit und ein Park-and-Ride-Platz, kommen auf rund 2,475 Millionen Euro.

Es ist ausdrücklich kein Baubeschluss gefasst worden, sondern nur die Grundlage für die nächsten Planungsstufen. Die Stadtverwaltung soll nun Kosten und Fördermöglichkeiten fortschreiben und eine mögliche Kostenteilung prüfen. Im Stadtentwicklungsausschuss war es Anfang Oktober noch deutlich knapper, dort stimmten sechs Mitglieder für die Vorlage und fünf dagegen.

Die Beschlussvorlage mit der Machbarkeitsstudie zur Weintraubenstraße und den Lageplänen steht im Ratsinformationssystem der Stadt Radebeul.