Logo Die Sachsen News

Nossen will kommende Woche an seine Stromverträge ran

Rathaus Nossen mit Schieferdach, Uhrengiebel und Blumenkästen am Markt
Im Rathaus Nossen beraten die Ausschüsse am 27. Oktober. Foto: Brücke-Osteuropa, CC0, via Wikimedia Commons
From: Meißen News
Die Stadt Nossen will bestehende Strom-Konzessionsverträge vorzeitig aufheben lassen. Beim Gas hat sie es gerade vorgemacht, und das Muster dahinter ist aufschlussreich.

Nossen. Die Stadt Nossen will ihre Strom-Konzessionsverträge vorzeitig aufheben. Darüber beraten der Technische Ausschuss und der Verwaltungsausschuss am kommenden Dienstag, 27. Oktober, in einer gemeinsamen Sitzung. Das geht aus der Tagesordnung im Elektronischen Amtsblatt der Stadt hervor. Die Beschlussvorlage mit der Nummer 2026-FIN-0021 ist nicht öffentlich einsehbar.

Konzessionsverträge regeln, wer Strom- und Gasleitungen in den Straßen einer Kommune betreiben darf. Dafür zahlt der Netzbetreiber der Gemeinde eine Konzessionsabgabe. Für das Stadtgebiet Nossen nennt die Stadt auf ihrer Internetseite die SachsenNetze GmbH als zuständig für Strom und Gas. Die Ortsteile Abend und Priesen wechselten zum 1. Januar 2019 von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom zur damaligen Enso Netz.

Ein ähnlicher Schritt beim Gas zeigt, worum es gehen könnte. Am 20. August hatte der Stadtrat mit 14 Ja-Stimmen beschlossen, die Gas-Konzessionsverträge mit der SachsenEnergie AG vorzeitig zum 31. Dezember 2028 zu beenden. Die Begründung laut Amtsblatt: Die Verträge stammen noch aus der Zeit vor der Eingemeindung von Ketzerbachtal und Leuben-Schleinitz. Deshalb gibt es für das Gasnetz derzeit drei Verträge mit unterschiedlichen Restlaufzeiten. Nossen will stattdessen einen einzigen Vertrag für das ganze Stadtgebiet abschließen, mit 20 Jahren Laufzeit ab dem 1. Januar 2029. Ob für den Strom dieselben Gründe und Fristen gelten, ist offen.

Auf der Tagesordnung stehen weitere Punkte. Für die Modernisierung des Volksbads am Kirschberg soll der Innenausbau des Clubhauses vergeben werden. Zudem geht es um eine Tierarztpraxis in Niedergruna und eine Außenbereichssatzung für Wahnitz. Für ein Einfamilienhaus in Oberstößwitz soll der sogenannte Bau-Turbo nach Paragraf 246e des Baugesetzbuchs angewandt werden. Die neue Regel erlaubt Kommunen, von Bauplanungsvorschriften abzuweichen, um schneller Wohnraum zu schaffen. Nichtöffentlich beraten die Ausschüsse über die Abwassergebühren für 2027 bis 2031.

Die gemeinsame Sitzung des Technischen Ausschusses und des Verwaltungsausschusses der Stadt Nossen beginnt am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 19 Uhr im Speiseraum des Rathauses, Markt 31. Der öffentliche Teil ist für alle Interessierten zugänglich.