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Moritzburg: Ausbau der Steinbacher Dorfstraße wird fast 300.000 Euro teurer

Weiße Dorfkirche mit rotem Ziegeldach und Dachreiter in Steinbach bei Moritzburg, davor der Friedhof
Die Dorfkirche in Steinbach: Durch den Moritzburger Ortsteil führt die Dorfstraße, deren dritter Bauabschnitt teurer wird. Foto: Radler59, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Für den dritten Bauabschnitt der Steinbacher Dorfstraße muss Moritzburg deutlich tiefer in die Tasche greifen als geplant. Und an der Fasanerie bekommt eine Straße für viel Geld keinen Asphalt.

Moritzburg. Der Ausbau der Dorfstraße im Moritzburger Ortsteil Steinbach wird für die Gemeinde deutlich teurer. Laut Beschlussvorlage sind die Kosten für den dritten Bauabschnitt der Kreisstraße K 8014 um fast 300.000 Euro gestiegen. Damit wächst auch der Anteil der Gemeinde: Er liegt nun vorläufig bei 692.365,23 Euro brutto.

Die Gründe: Die Ausbaulänge hat sich um 30 Meter verlängert, und wegen der langen Planungszeit sind die Baupreise „enorm gestiegen“. Durchführung, Kostentragung und spätere Baulast regelt eine Ortsdurchfahrtenvereinbarung mit dem Landkreis Meißen. Der Gemeinderat hatte sie schon einmal beschlossen, musste wegen der Mehrkosten aber erneut abstimmen. Am 31. August bevollmächtigte er die Bürgermeisterin einstimmig, die überarbeitete Vereinbarung abzuschließen. Das Geld muss im Haushalt 2027 bereitstehen.

Wie berichtet wird, werden die Gesamtkosten des Abschnitts auf rund 1,8 Millionen Euro geschätzt, Baubeginn soll 2027 sein. Insgesamt sind demnach acht Bauabschnitte vorgesehen. Der vierte dürfte nach derzeitiger Schätzung mehr als zwei Millionen Euro kosten, unter anderem wegen einer geplanten Amphibienschutzanlage am Mistschänkenweg. Spielraum hat die Gemeinde kaum: Der Haushaltsplan 2026 weist im Ergebnishaushalt ein Minus von 2.949.483 Euro aus.

Kleine Fasanenstraße: neue Decke ohne Asphalt

Auch die Instandsetzung der Kleinen Fasanenstraße kostet mehr als kalkuliert. Der Gemeinderat vergab sie am 31. August einstimmig für 279.076,10 Euro brutto an die Arndt Brühl GmbH aus Freital. Das sind 16 Prozent mehr als die Kostenberechnung von 240.900 Euro. Für die Maßnahme hatte Moritzburg bereits 201.402 Euro aus dem Kommunalbudget für Straßenbau 2025 erhalten. Wegen Brückenbauarbeiten war sie im vergangenen Jahr verschoben worden.

Die Straße erhält laut Gemeinde eine neue unbefestigte Decke. Die Gemeinde hätte lieber Asphalt eingebaut, Naturschutzbehörde und Denkmalpflege hatten jedoch Einwände, berichtet Radebeul Aktuell. Nun kommt eine wassergebundene „Sächsische Wegedecke“. Seit dem 5. Oktober ist die Kleine Fasanenstraße ab der Perlhühnerscheune voll gesperrt, voraussichtlich bis zum Jahresende. Die Arbeiten dauern etwa acht Wochen, danach braucht das lose Material eine Ruhezeit, um sich zu verfestigen. Ein Teil des Parkplatzes bleibt anfangs nutzbar, Kleingärtner können zunächst auf dem eigenen Vereinsgelände parken.

Der Gemeinderat tagt das nächste Mal am Montag, 26. Oktober, um 19 Uhr in der Kurfürst-Moritz-Schule in Boxdorf.