Meißen: Wie geht es mit den Porzellandenkmalen in der Nikolaikirche weiter?
Meißen. Die Sanierung der Porzellandenkmale in der Nikolaikirche steht am Montag auf der Tagesordnung des Sozial- und Kulturausschusses. Das geht aus dem elektronischen Meißner Amtsblatt hervor. Berichten werden Dr. Reinhard Plüschke und Dr. Ullrich Knüpfer vom Ortskuratorium Meißen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Die Gedenkstätte ist gefährdet. Verrostete Anker haben zu Absprengungen an Porzellanteilen und zu Rissen im Mauerwerk geführt, teilt die Stiftung mit. Die Stadt hatte im vergangenen Jahr zusätzlich auf aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden hingewiesen, verstärkt durch das Triebisch-Hochwasser 2002. Im August übergab Plüschke der Kirchgemeinde St. Afra einen Fördervertrag über 30.000 Euro. Damit wird zunächst ein geschädigtes Epitaph statisch gesichert und restauriert. Weil historische Modelle und Formen nicht mehr vorhanden sind, müssen alle fehlenden Porzellanteile neu angefertigt werden. Die Gesamtkosten für die Sanierung wurden noch nicht bekannt gegeben.
Die Nikolaikirche entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt. Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt 1929 wurde sie zur Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs umgestaltet. Die Entwürfe stammen von Emil Paul Börner, dem künstlerischen Leiter der Porzellan-Manufaktur Meissen. Finanziert wurde das Projekt durch eine Lotterie und Spenden aus der Bürgerschaft.
Vierzehn großformatige Epitaphe tragen die Namen von 1815 Gefallenen. Im Altarraum stehen zwei 2,20 Meter hohe Frauenfiguren, die nach Angaben der Stiftung als die größten jemals aus Meißner Porzellan gefertigten Figuren gelten.
Der Sozial- und Kulturausschuss tagt am Montag, 19. Oktober 2026, ab 17 Uhr im Großen Ratssitzungssaal des Rathauses, Markt 1, in Meißen. Die Sitzung ist öffentlich.