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Meißen: In gut einem Jahr ziehen die ersten Mieter ins Kornhaus

Langgestrecktes historisches Kornhaus mit steilem Ziegeldach, Dachgauben und Treppenturm am gepflasterten Domplatz in Meißen
Frühjahr 2025: Tom Lauerwald vor dem damals noch eingerüsteten Kornhaus. Foto: Ulf Mallek
Am Kornhaus auf dem Meißner Burgberg ist außen fast alles fertig, innen wird an den Wohnungen gebaut. Doch es fehlt noch etwas Entscheidendes.

Ein Bericht von Ulf Mallek

Meißen. Das Kornhaus auf dem Burgberg bekommt bald wieder Bewohner. „Wenn alles nach Plan verläuft, sind die ersten Mieter Ende 2027 drin“, sagt Tom Lauerwald auf Anfrage von diesachsen.de. Er verwaltet die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung, die das lange leerstehende Denkmal Ende 2023 gekauft hat und seither Schritt für Schritt rettet.

Von außen ist der Großteil geschafft. „Außen sind nur noch Restarbeiten, wie Kellerfenster und Tür Meisaseite“, sagt Lauerwald. Die Tür zum Hauptzugang sei schon fertig restauriert und werde nach Abschluss der Arbeiten eingesetzt. In den Obergeschossen hat der Innenausbau begonnen, mit Putz, Trockenbau, Elektroarbeiten und den Vorbereitungen für den Fahrstuhl. Auch Heizung, Sanitär und Lüftung sowie der Fahrstuhl sind vergeben.

„Es bleibt bei den 13 Wohnungen“, sagt Lauerwald. Sie werden zwischen 70 und 140 Quadratmeter groß. Der Innenausbau der Wohnungen kostet nach seinen Angaben rund 2,4 Millionen Euro. „Finanzierung steht für die Wohnungen in den Obergeschossen. War nicht ganz einfach, aber sie steht.“ Für Dach, Fassade und Fenster hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zuvor mehr als 1,7 Millionen Euro gegeben.

Anders sieht es unten im Haus aus. Im Erdgeschoss und im Keller sind derzeit keine Arbeiten geplant. Ein Nutzungskonzept für diese Räume gibt es nicht. „Es gibt seitens der Stadt und auch des Freistaates keine Positionierungen zur Nutzung in irgendwelcher Hinsicht“, sagt Lauerwald. Das gilt auch mit Blick auf das Jahr 2029, wenn Meißen 1100 Jahre feiert und der Burgberg im Mittelpunkt stehen dürfte.

Ansonsten laufe am Bau alles in normalen Bahnen, sagt Lauerwald. Für das Treppenhaus, den einstigen Pferdestall und den Keller hofft die Stiftung noch auf eine weitere Förderung. „Ansonsten ist die Nutzung nicht möglich. Wir haben dafür einfach keine Finanzierung bekommen.“ Kommt kein Geld, wird das Treppenhaus nicht restauriert, sondern bekommt nur einen einfachen Anstrich.

Ursprünglich war das Kornhaus Eigentum der Stadt Meißen. Im Jahr 2006 wurde es für 500.000 Euro an die italienische Firma Mercurio verkauft. Sie wollte daraus ein Luxushotel mit 48 Zimmern machen. Der Plan scheiterte. 2022 sollte das Kornhaus wegen ausstehender Grundbesitzabgaben zwangsversteigert werden. Für mindestens 370.000 Euro. Der einzige damalige Bieter dahin war die AfD. Sie woltte dort angeblich ein Schulungszentrum errichten. Doch dazu kam es nicht, denn die Eigentümer des Kornhauses hatten auf den letzten Drücker ihre Schulden überwiesen.

Eine großangelegte, deutschlandweite Spendenaktion brachte nicht viel ein. Als Mann der Tat erwies sich der Meißner Tom Lauerwald mit seiner Otto-und-Emma-Horn-Stiftung. Im Dezember 2023 kaufte er das Kornhaus überraschend für etwa eine Million Euro, die er ohne Kredite aufbrachte. Das wertvolle Gebäude war - mit Unterstützung weiteter Helfer - gerettet. 

 Das Kornhaus steht am Domplatz 1 in Meißen, gleich neben der Albrechtsburg. Bauherr ist die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung Meißen. Die ersten Mieter sollen Ende 2027 einziehen.