Logo Die Sachsen News

Landkreis Meißen rechnet mit fast 58 Millionen Euro Fehlbetrag

Landkreis Meißen rechnet mit fast 58 Millionen Euro Fehlbetrag
Symbolbild Landkreis Meißen / pixabay danielbahrmann
Die Kreiskämmerei warnt: Der erwartete Jahresfehlbetrag fällt mehr als doppelt so hoch aus wie 2025.Ursache ist auch der Waldbrand in der Gohrischheide.

Der Landkreis Meißen steuert 2026 auf ein tiefrotes Jahresergebnis zu. Auf Basis der Ergebnisrechnung zum 30. Juni und einer Hochrechnung der Kreiskämmerei soll das Gesamtergebnis mit einem Fehlbetrag von 57,8 Millionen Euro ausfallen. Das ist zwar deutlich besser als der derzeit fortgeschriebene Haushaltsansatz, aber mehr als doppelt so hoch wie der Fehlbetrag des Vorjahres. Der Kreistag nimmt die Mitteilungsvorlage am Donnerstag, 24. September, öffentlich zur Kenntnis. Unterzeichnet hat Landrat Ralf Hänsel, zuständig ist die Kreiskämmerei um Sebastian Karch.

Zur Jahresmitte wies das ordentliche Ergebnis einen Fehlbetrag noch von 22,7 Millionen Euro aus. Bei den Erträgen erwartet die Verwaltung Mindererträge von insgesamt 5,6 Millionen Euro – unter anderem durch geringere Zuwendungen und Umlagen sowie fehlende Erstattungen zur Afrikanischen Schweinepest. Gegenläufig sollen sonstige Transfererträge um 1,7 Millionen Euro steigen.

Deutlich stärker fallen die Minderaufwendungen ins Gewicht: Rund 31,6 Millionen Euro weniger als im fortgeschriebenen Ansatz. Allein bei Transferleistungen werden 18,7 Millionen Euro Minderaufwand erwartet, vor allem im Kreisjugendamt (7,6 Millionen), im Ausländeramt (5,0 Millionen) und im Jobcenter (4,3 Millionen). Die Verwaltung führt das auf Finanzcontrolling und Konsolidierung zurück, warnt beim Jugendamt aber vor Risiken durch unerwartete Fallzahlen. Auch der bauliche Unterhalt stockt (minus 9,6 Millionen Euro bei Sach- und Dienstleistungen); bei Zinsen werden 3,7 Millionen Euro weniger Aufwand erwartet.

Belastet wird das Sonderergebnis durch Nachbuchungen zum Waldbrand in der Gohrischheide. Kommt noch 2026 ein Zuwendungsbescheid des Freistaats, könnte es deutlich positiver ausfallen.

In der Finanzrechnung zeichnet sich ein ähnlich angespanntes Bild ab: Der Zahlungsmittelsaldo aus laufender Verwaltungstätigkeit soll zum Jahresende bei minus 49,6 Millionen Euro liegen, die Investitionstätigkeit bei minus 4,3 Millionen Euro. Neue Investitionskredite von 18,8 Millionen Euro sind unter anderem für die Rettungswachen Riesa und Großenhain vorgesehen. Im Ergebnis droht das Hauptkonto um rund 68,5 Millionen Euro überzogen zu sein; Bargeld und Nebenkonten summiert die Vorlage auf etwa 700.000 Euro.