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Landkreis Meißen: Gewerkschaft will ein Renten-Stoppschild

Rotes Stoppschild mit der Aufschrift „Rente 45“ an einer Allee
Wer 45 Beitragsjahre voll hat, soll ohne Abschläge in Rente gehen können. Foto (Montage): NGG/Tobias Seifert
Im Landkreis Meißen gehen in den kommenden Jahren im Schnitt rund 2.280 Beschäftigte pro Jahr in Rente. Für sie fordert die Gewerkschaft NGG ein „Renten-Stoppschild".

Landkreis Meißen. Ein Stoppschild für die Rente: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert ein „Renten-Stoppschild 45“. Wer 45 Beitragsjahre voll hat, soll abschlagsfrei in den Ruhestand gehen können. Für den Landkreis Meißen nennt die NGG Zahlen: In den kommenden Jahren werden im Schnitt rund 2.280 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Bis zum Jahr 2035 werden dann insgesamt rund 70.700 Menschen im Ruhestand sein. Die NGG-Region Dresden-Chemnitz bezieht sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Beobachtung der NGG Dresden-Chemnitz für erhebliche Verunsicherung. Vor allem Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen der 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung stehen oder diese bereits erfüllt haben, blickten mit Sorge auf die Pläne. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt Thomas Lißner, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz.

Wer früh ins Berufsleben startet, dürfe dafür nicht bestraft werden. „Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gilt für die Menschen in der Lebensmittelproduktion ebenso wie die Beschäftigten in Bäckereien, Kantinen und Restaurants im Kreis Meißen“, so Lißner.

Die NGG warnt die Bundesregierung davor, die Lebensleistung langjährig Versicherter aus dem Blick zu verlieren. Unter den knapp 428.000 Männern, die Ende des vergangenen Jahres in Sachsen eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, sind nach Angaben der Gewerkschaft rund 218.700 Beschäftigte gewesen, die 45 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt haben. Unter den gut 527.000 Frauen waren es rund 129.800. Die NGG-Region Dresden-Chemnitz beruft sich dabei auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die Rentenreform sozial auszugestalten. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt sie ab. „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Lißner. Für diese Beschäftigten sei die Erhöhung des Renteneintrittsalters nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.

Kritisch sieht die NGG zudem die geplante Kapitalrente. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängen. Außerdem spricht sich die Gewerkschaft dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln. Experten sehen das aber anders. Die neue Kapitalrente werde die Renten wesentlich stabilisieren. Außerdem könnten Menschen so mit Unterstützung des Staates an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilhaben.

Die NGG-Region Dresden-Chemnitz sitzt am Schützenplatz 14 in Dresden. Mehr Informationen zur Gewerkschaft gibt es auf www.ngg.net.