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Kreistag Meißen will Berufliches Gymnasium in Riesa erhalten

Kreistag Meißen will Berufliches Gymnasium in Riesa erhalten
Das berufliche Schulzentrum in Riesa. Foto: Landkreis Meißen
Fraktionen über Parteigrenzen hinweg fordern den Erhalt am BSZ Riesa. Den Arbeitsentwurf des Kultusministeriums, der das Doppelangebot mit Meißen-Radebeul streichen will, lehnen sie ab.

Der Kreistag des Landkreises Meißen stellt sich geschlossen hinter den Erhalt des Beruflichen Gymnasiums am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) für Technik und Wirtschaft Riesa. In einer Resolution, die am Donnerstag, 24. September, auf der Tagesordnung steht, bekennen sich CDU, Bündnis Sahra Wagenknecht, AfD, SPD/Grüne/Linke, Freie Wähler-FDP und die Gruppe Freie Sachsen zum Standort. Sie lehnen die im Arbeitsentwurf des Kultusministeriums vorgesehene Aufhebung in Riesa ab, unterstützen die Stellungnahme von Landrat Ralf Hänsel und fordern das Ministerium auf, die Streichung nicht in den Anhörungsentwurf aufzunehmen.

Zugleich nimmt der Kreistag eine Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur Fortschreibung des Teilschulnetzplans öffentlich zur Kenntnis. Für den Landkreis sind sechs Veränderungen vorgesehen: Am BSZ Meißen-Radebeul soll der Beruf Pharmakant ab dem zweiten Lehrjahr abgegeben werden, der Chemielaborjungwerker neu ausgewiesen und die Fachschule Technik gestrichen werden. Am BSZ Großenhain sollen Hotelfach und Hotelmanagement nur noch im ersten Lehrjahr laufen. Der Kreis würde dem Dresdner BSZ „Ernst Lößnitzer“ zugeordnet. Am BSZ Riesa ist das Berufsbild Produktionstechnologe im ersten Lehrjahr geplant.

Der schärfste Konflikt bleibt das Berufliche Gymnasium, das nur noch in Meißen-Radebeul fortgeführt werden soll. Die Verwaltung sieht einen Verstoß gegen das Schulgesetz. Die Resolution begründet die Ablehnung zusätzlich so: Seit den 1990er-Jahren gibt es in Riesa Abiturienten; Technik- und Wirtschaftswissenschaften gehören sachsenweit zu den nachfragestärksten Fachrichtungen. Die Mindestschülerzahl werde um mehr als das Doppelte überschritten. Ausweichstandorte in Oschatz und Meißen seien wegen der Wegezeiten keine echte Alternative. Gefordert werden gleiche Bildungschancen im ländlichen Raum und die Stärkung Riesas als Industrie- und Hochschulstandort.

Ein überarbeiteter Anhörungsentwurf vom Ministerium soll voraussichtlich am 30. November kommen. Der Plan soll zum 1. August 2027 in Kraft treten.