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Großenhain: Fünf weitere Windräder kommen ohne Umweltprüfung aus

Weiße Windenergieanlage mit roten Markierungen an Turm und Rotorblättern vor blauem Himmel, unten Waldrand
Eine Vestas V172 mit 175 Metern Nabenhöhe in Scharmede (Nordrhein-Westfalen). Dieser Typ ist auch für den Windpark Großenhain Nord vorgesehen. Foto: Vinaceus / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Im geplanten Windpark Großenhain Nord sollen fünf weitere Anlagen mit je 7,2 Megawatt entstehen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht nötig. Gebaut werden darf damit trotzdem noch nicht.

Großenhain. Für fünf weitere Windenergieanlagen im geplanten Windpark Großenhain Nord ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Das geht aus einer Bekanntmachung des Landratsamts Meißen hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Die Entscheidung stammt vom 30. September. Beantragt hat die Anlagen vom Typ Vestas V172 mit je 7,2 Megawatt Leistung die Windpark Großenhain Nord GmbH & Co. KG. Sie sollen in den Gemarkungen Treugeböhla und Nasseböhla stehen.

Was das bedeutet: Die Behörde hat in einer überschlägigen Vorprüfung untersucht, ob erhebliche nachteilige Folgen für die Umwelt zu erwarten sind. Die Fachbereiche Immissionsschutz, Wasser, Natur, Boden und Denkmalschutz verneinten das. Für den Eingriff ins Landschaftsbild verlangt die Naturschutzbehörde Ausgleichsmaßnahmen. Genehmigt sind die fünf Anlagen damit noch nicht. Darüber entscheidet der Kreis erst im laufenden Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Die Feststellung selbst lässt sich laut Bekanntmachung nicht gesondert anfechten.

Sechs Anlagen desselben Typs hat das Landratsamt bereits am 6. Juli genehmigt. Sie sind laut Antrag 261 Meter hoch. In Großenhain ist das Vorhaben auch als Windpark Stroga bekannt und umstritten. Bei den ersten sechs Anlagen ersetzte der Kreis das von der Stadt verweigerte Einvernehmen. Der Stadtrat legte im August Widerspruch ein, einen Eilantrag vor Gericht lehnte die Mehrheit aber ab. Weil Widersprüche gegen große Windräder keine aufschiebende Wirkung haben, darf trotzdem gebaut werden, wie Meißen News berichtete.

Hinter der Betreibergesellschaft stehen SachsenEnergie und die Partner Teut Energieprojekte und Terrawatt. Mit allen elf Anlagen rechnet SachsenEnergie mit rund 192.500 Megawattstunden Strom im Jahr. Großenhain könnte nach einer Prognose des Unternehmens etwa 552.000 Euro jährlich aus der gesetzlichen Abgabe von 0,3 Cent je Kilowattstunde erhalten, 20 Jahre lang. Im Entwurf des neuen Regionalplans ist die Fläche als Vorranggebiet für Windenergie vorgesehen. Die Planer sehen dort ein mittleres Konfliktpotenzial, vor allem beim Artenschutz und wegen der weithin sichtbaren Lage.