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25 Mängel: Moritzburgs Rathaus droht die Schließung

Zweistöckiges, hellgelbes Rathaus in Moritzburg mit Säulenportikus und Balkon, Schriftzug Rathaus über dem Eingang
Das alte Rathaus an der Schloßallee in Moritzburg mit dem Portikus, der ab November saniert wird. Foto: VSchagow, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Prüfer verlangen, dass im alten Moritzburger Rathaus 25 Mängel beseitigt werden, sonst droht die Schließung. Die große Sanierung aber ist erst für die nächsten Jahre geplant und soll Millionen kosten.

Moritzburg. Am alten Moritzburger Rathaus an der Schloßallee geht es längst nicht mehr nur um bröckelnden Sandstein. Nach mehreren Prüfungen muss die Gemeinde 25 Mängel abstellen. Andernfalls droht die Schließung des Hauses. Das berichtet das Portal Radebeul Aktuell. 

Neu sind die Probleme nicht. Schon bei einer früheren Begehung hatte der Arbeitsschutz angekündigt, dass die marode Wendeltreppe auf der Rückseite gesperrt werden könnte. Sie ist der zweite Fluchtweg aus dem Gebäude. Im schlimmsten Fall wäre das Rathaus dann behördlich nicht mehr nutzbar.

Balkon gesperrt, Fenster klemmen

Auch die Gemeindeverwaltung selbst beschreibt den Zustand in einer Vorlage für den Gemeinderat deutlich. Das denkmalgeschützte Rathaus weise einen „starken Instandhaltungsrückstau“ auf. Der Balkon über dem Eingang ist nicht mehr betretbar, auf der Rückseite lassen sich die Fenster nicht mehr öffnen. Vereinzelt bröckelt Putz von der Fassade. Zu den Toiletten im Keller führt nur eine zu enge Wendeltreppe.

Das Haus wurde 1874 gebaut und dient seit 1923 als Rathaus. Heute sitzen dort das Bürgerbüro mit Einwohnermeldeamt, Standesamt, Gewerbe und Sozialem sowie Poststelle, Personal und IT. Alle anderen Teile der Verwaltung sind aus Platzgründen im Haus an der Schlossallee 3a untergebracht.

Fast sechs Millionen Euro für Sanierung und Anbau

Ein Konzept für Sanierung und Anbau gibt es seit 2021. Damals wurde die Sanierung des Altbaus auf 1,8 Millionen Euro geschätzt. Weil die Baukosten seither um 32 Prozent gestiegen sind, rechnet die Verwaltung inzwischen mit 2,76 Millionen Euro einschließlich Planung. Die Hälfte davon soll aus der Denkmalförderung kommen, den Rest wollen die Moritzburger unter anderem aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur bezahlen. Gebaut werden soll laut Kostenschätzung erst zwischen 2029 und 2032.

Noch später ist der Anbau eingeplant, der alle Mitarbeiter wieder an einem Ort zusammenführen soll. Er wird auf 2,99 Millionen Euro geschätzt, Umsetzung 2033 bis 2036. Bezahlt werden soll er zum großen Teil mit dem Erlös aus einem Verkauf des Hauses Schlossallee 3a, angesetzt sind 1,4 Millionen Euro. Weil die Kosten selbst mit Fördermitteln schwer im Haushalt darzustellen seien, schlägt die Verwaltung einen Planungswettbewerb vor.

Die Vorschläge stammen aus dem Paket, mit dem Bürgermeisterin Katrin Sontag das Geld aus dem Sondervermögen verteilen will. Moritzburg stehen daraus bis 2028 rund 796.000 Euro zur Verfügung. Das Thema stand am Montagabend auf der Tagesordnung des Gemeinderates in Boxdorf.

Portikus-Baustelle beginnt am 2. November

Schneller geht es am Eingang. Der Portikus mit seinen vier Sandsteinsäulen ist wegen einer unzureichenden Gründung in Schieflage geraten und muss für neue Fundamente teilweise abgebaut werden. Die Bauaufträge hat der Technische Ausschuss Anfang Oktober vergeben, mehrere Gewerke wurden günstiger als geplant. Zusätzlich entsteht ein Hublift für einen barrierefreien Zugang. Baustart soll am 2. November sein, fertig sein soll der Portikus im Mai 2027. Der Kostenrahmen liegt bei rund 300.000 Euro, nach Angaben aus dem Ausschuss werden 70 Prozent gefördert.