25 Jahre Sankt Afra: Kretschmer gratuliert dem Meißner Hochbegabten-Gymnasium
Meißen. Mit einem Festakt in der Aula hat das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra am Freitag sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Unter den Gästen war Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „Es ist etwas ganz Besonderes, diesen Ort zu erleben: einen Ort, an dem junge Menschen über Grenzen hinweg zusammenkommen, ihre Talente entfalten, gemeinsam wachsen und Bildung mit Leben füllen“, schrieb Kretschmer in den sozialen Medien. Was Sankt Afra ausmache, seien die Menschen. „Was vor 25 Jahren mit einer großen Vision und viel Mut begann, ist heute eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.“
Gäste waren auch Kultusminister Conrad Clemens (CDU) und Oberbürgermeister Markus Renner.
Offiziell eröffnet wurde das Landesgymnasium am 7. August 2001. Laut dpa war es das erste staatliche Hochbegabtengymnasium Deutschlands. Gegründet wurde es von Dr. Werner Esser, der die Schule bis 2007 leitete. Ihm folgte von 2008 bis 2020 Dr. Ulrike Ostermaier, seit 2021 ist Stefan Weih Schulleiter. Rund 280 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 12 lernen an der Schule. Alle wohnen im Internat, das 17 Häuser umfasst. Neben dem sächsischen Abitur können sie das International Baccalaureate (IB) ablegen. Zum Jubiläum erprobt die Schule seit dem Schuljahr 2025/26 ein neues Konzept mit mehr selbstverantwortlichem Lernen.
Der Ort hat eine lange Geschichte. Herzog Moritz von Sachsen ließ das Augustiner-Chorherrenstift auf dem Afraberg 1543 zur Fürstenschule umbauen. Zu den bekanntesten Schülern zählen Christian Fürchtegott Gellert und Gotthold Ephraim Lessing. 1942 machten die Nationalsozialisten daraus eine „Deutsche Heimschule“. Zu DDR-Zeiten wurden die Gebäude unter anderem von der Hochschule für LPG genutzt. 1997 beschloss das Kabinett das Konzept für das neue Landesgymnasium, danach wurden Turnhalle, Mensa und Internatshäuser gebaut.
Aufgenommen werden jedes Jahr Schülerinnen und Schüler in die Klassen 7 und 9. Wer sich bewirbt, verbringt Ende Februar oder Anfang März zwei Tage beim Auswahlverfahren in der Schule. Das Schulgeld zahlt der Freistaat. Für Unterkunft und Verpflegung zahlen die Eltern etwas über 600 Euro, Familien aus Sachsen bekommen 200 Euro zurück. Wer es sich nicht leisten kann, kann ein Stipendium bekommen. Der nächste Tag der offenen Tür ist traditionell Mitte Januar.