126 neue Verwaltungsfachleute aus Meißen
Aus Meißen kommt neuer Nachwuchs für Sachsens Verwaltung. Am 25. September haben 126 Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Meißen (FH) und des Fortbildungszentrums des Freistaates Sachsen ihre Bachelorzeugnisse im Studiengang Allgemeine Verwaltung erhalten. 107 von ihnen haben den grundständigen Studiengang abgeschlossen, 19 den berufsintegrierenden, bei dem das Studium mit der Arbeit in einer Behörde verbunden ist, teilte die Hochschule am Dienstag mit.
Für viele begann der neue Lebensabschnitt schon drei Tage nach der Feier. Seit Montag arbeiten sie in der sächsischen Verwaltung. Prof. Dr. Ralf Lunau leitet den Fachbereich Allgemeine Verwaltung. Er gratulierte den Absolventen und sagte, die Feier zeige, wie eng Freistaat und Kommunen verbunden seien. Zum Erfolg hätten Dozenten, die einstellenden Behörden und die Ausbilder beigetragen, aber auch Familien und Freunde. Nach drei Jahren intensiver Arbeit sollten die jungen Leute nun den nächsten Schritt gehen und den eigenen Fähigkeiten vertrauen. Lunau dankte zugleich den vielen Studierenden, die sich an der Hochschule engagiert haben: im Senat, im Fachbereichsrat und im Studentenrat, als Sprecher ihrer Studiengruppen, als Studienbotschafter und im Studentenkeller. Mit auf den Weg gab er ihnen den Satz: »Nutzen Sie den Wind unter Ihren Flügeln.«
Viele Stellen werden frei
Wie dringend der Nachwuchs gebraucht wird, machte Benjamin Lange deutlich. Er ist Referent beim Sächsischen Landkreistag, dem Verband der sächsischen Landkreise. Nach drei Jahren im »Paragraphendschungel« hätten die Absolventen die Ziellinie erreicht, sagte er. Die Verwaltung stehe aber vor großen Aufgaben. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den Ruhestand, die Technik verändert sich, und die Behörden müssen auch finanziell handlungsfähig bleiben. Dafür brauche es engagierte junge Leute. Lange ermutigte sie, Verantwortung zu übernehmen, ihre Arbeit aktiv mitzugestalten und die Kontakte aus dem Studium zu pflegen.
Thomas Rechentin, Ministerialdirigent im Sächsischen Innenministerium, sprach über den Berufseinstieg. Neue Ideen, frisches Wissen und der Wille, etwas zu bewegen, seien für Land und Kommunen wertvoll. Eine gute Verwaltung müsse offen für Neues und zugleich kompetent sein. Veränderungen gelängen nur, wenn Menschen sie mitgestalten wollen. Dazu gehörten Augenmaß, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, auch bewährte Lösungen immer wieder zu überprüfen. Er riet den Absolventen, neugierig zu bleiben und gelassen in den neuen Lebensabschnitt zu starten.
„Menschen, nicht Gesetze“
Für die Studierenden sprachen zwei aus dem Jahrgang. Martin Schütze blickte für den grundständigen Studiengang auf drei Jahre in Meißen zurück. Neben dem anspruchsvollen Stoff hätten sie auch den Campus und das Studentenleben genießen können. Er dankte Familien, Freunden und Lehrenden. Daniel Tiedtke sprach für die berufsintegriert Studierenden und erinnerte daran, welche Verantwortung die Arbeit in einer Behörde mit sich bringt: »In der Verwaltung begegnet man Menschen, nicht Gesetzen.«
Als Jahrgangsbeste wurden Lucas Hagendorn (grundständiges Studium) und Denise Beinbrecht (berufsintegriertes Studium) ausgezeichnet. Musik spielte das Klarinettenquartett des Polizeiorchesters Sachsen.