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Nonnenstraße in Leipzig soll Fahrradstraße werden – Kritik an unzureichender Umsetzung

Die Nonnenstraße in Leipzig: So könnte sie als Fahrradstraße aussehen. Visualisierung: Ökolöwe
Die Nonnenstraße in Leipzig: So könnte sie als Fahrradstraße aussehen. Visualisierung: Ökolöwe
Von: Leipziger Zeitung
Die geplante Fahrradstraße in Leipzigs Nonnenstraße verzögert sich bis 2026. Kritik richtet sich an fehlende bauliche Maßnahmen und ungelöste Verkehrsprobleme.

Die geplante Umwandlung der Nonnenstraße im Leipziger Stadtteil Plagwitz in eine Fahrradstraße verzögert sich. Grund ist die spätere Fertigstellung der Karlbrücke in der Industriestraße, wodurch der Start auf das zweite Halbjahr 2026 verschoben wird. Während die Initiative grundsätzlich begrüßt wird, wächst die Kritik an der konkreten Ausgestaltung.

Ausgangspunkt der Debatte ist unter anderem eine Einwohneranfrage, die auf die aktuelle Verkehrssituation hinweist. Demnach ist der Abschnitt zwischen Industriestraße und Ernst-Mey-Straße durch intensiven Fußgängerverkehr sowie Liefer- und Dienstleistungsverkehr geprägt. Einrichtungen wie ein Pflegeheim, Behörden, Geschäfte und ein Museum erhöhen den Nutzungsdruck erheblich. Gleichzeitig fehlen ausgewiesene Lieferzonen, obwohl diese für die Versorgung der ansässigen Einrichtungen notwendig sind.

Beobachtungen zufolge kommt es regelmäßig zu widerrechtlichem Parken auf Gehwegen, häufig durch Lieferfahrzeuge und Dienstleister. Dies führe zu Behinderungen insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen, Eltern mit Kinderwagen sowie Besucher des Pflegeheims. Das zuständige Amt verweist darauf, dass das Parken auf Gehwegen ordnungswidrig ist, jedoch nur begrenzt kontrolliert werden kann.

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Zweifel an Wirksamkeit ohne bauliche Maßnahmen

Nach Angaben des Mobilitäts- und Tiefbauamts soll die Fahrradstraße durch Beschilderung, Markierungen und eine entsprechende Gestaltung des Straßenraums umgesetzt werden. Der Radverkehr soll Vorrang erhalten, während Fußwege klar abgegrenzt und Kreuzungsbereiche übersichtlich gestaltet werden. Die Belieferung soll weiterhin über die südliche Fahrbahnseite ermöglicht werden.

Gleichzeitig räumt die Verwaltung ein, dass illegales Parken nicht vollständig verhindert werden könne. Effektive Maßnahmen seien nur mit erheblichem baulichen Aufwand möglich, für den derzeit finanzielle Mittel fehlen.

Der Umweltverband Ökolöwe bewertet die bisherigen Planungen kritisch. Er sieht die Gefahr, dass die Maßnahme ohne zusätzliche Eingriffe wirkungslos bleibt. Nach Einschätzung des Verbands reichen Schilder allein nicht aus, um die Sicherheit für Radfahrende und andere Verkehrsteilnehmer zu verbessern.

Gefordert werden unter anderem deutlich sichtbare Markierungen, Sicherheitsabstände zu parkenden Fahrzeugen, Maßnahmen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs sowie eine Umgestaltung des Straßenraums mit angepassten Park- und Lieferzonen. Auch Elemente wie Begrünung und wasserdurchlässige Beläge werden als Teil eines umfassenden Konzepts genannt.

Die Nonnenstraße gilt aus Sicht des Verbands als wichtiger Testfall für den Ausbau des Leipziger Fahrradstraßennetzes. Dieses soll laut städtischen Planungen bis 2030 deutlich erweitert werden. Die aktuelle Verzögerung wird als Gelegenheit gesehen, die Planung grundlegend zu überarbeiten und die Straße entsprechend aufzuwerten.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier auf L-IZ.de.

Leipziger Zeitung // Ralf Julke // unterstützt von KI

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