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Heiterblick in der Krise: Wie geht es weiter mit Leipzigs neuen Straßenbahnen?

Heiterblick in der Krise: Wie geht es weiter mit Leipzigs neuen Straßenbahnen?
"Baustelle" für Leipzigs Straßenbahnbauer: Die Heiterblick GmbH kämpft um Neustart im Sanierungsverfahren / Quelle: Arne Frank
Von: Leipzig News
Die Sanierung der Heiterblick GmbH stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Wird der Neustart des Tram-Herstellers in Leipzig gelingen?

Leipzigs Verkehrswende hängt auch vom Erfolg der Heiterblick GmbH ab. Das Traditionsunternehmen aus dem Leipziger Westen soll ab 2026 neue Straßenbahnen für die LVB liefern. Doch trotz des prestigeträchtigen Großauftrags steckt der Hersteller nun in finanziellen Schwierigkeiten – und hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet.

Bedeutung für Leipzigs Mobilität und Ursachen der Krise

Heiterblick ist der einzige unabhängige Straßenbahnhersteller Deutschlands. In Leipzig und Grimma werden Fahrzeuge individuell nach Kundenwunsch gefertigt – unter anderem für Städte wie Hannover, Dortmund oder Würzburg. Gemeinsam mit Kiepe Electric gewann Heiterblick 2021 den Zuschlag für neue Bahnen in Leipzig, Görlitz und Zwickau. Zwei Drittel der Wertschöpfung sollen in Mitteldeutschland bleiben – ein bedeutender Impuls für die regionale Industrie.

Trotz laufender Aufträge geriet das Unternehmen unter Druck: Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, Preissteigerungen durch den Ukraine-Krieg und gestörte Lieferketten erschwerten die Produktion. Viele Verträge wurden noch zu Vorkrisen-Konditionen abgeschlossen, während sich die Auslieferung verzögerte. Die Folge: Liquiditätsprobleme. Der Vertrag mit den LVB wurde mittlerweile nachverhandelt.

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Sanierung statt Stillstand

Mit dem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung will Heiterblick den Neustart schaffen. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, wird aber durch einen gerichtlich bestellten Sachwalter unterstützt. Das Ziel: Restrukturierung ohne Betriebseinstellung. Die Löhne sind vorerst durch Insolvenzgeld gesichert, der Geschäftsbetrieb läuft weiter.

Die LVB rechnen nicht mit Verschiebungen im Zeitplan. Auch Görlitz und Zwickau halten am Projekt fest. Geplant ist, die ersten Bahnen ab 2026 auf der Linie 16 einzusetzen. Die neuen Fahrzeuge sind länger, breiter und bieten Platz für fast 300 Fahrgäste – ein wichtiger Baustein für Leipzigs wachsenden Nahverkehr.

Ein Teil der Fertigung, insbesondere Rohbau und Lackierung, sollte im Görlitzer Werk von Alstom erfolgen. Dieses Werk wird allerdings 2027 geschlossen. Bisher sieht Alstom jedoch keinen direkten Zusammenhang mit der Situation bei Heiterblick. Eine Prüfung möglicher Auswirkungen auf das Straßenbahnprojekt läuft.

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