Im Zuge intensiver gemeinsamer Ermittlungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Cybercrime bei der Staatsanwaltschaft Leipzig, der Ermittlungsgruppe »Schock« der Kriminalpolizei Leipzig, sowie mehrerer Polizeidienststellen anderer Bundesländer konnten insgesamt sieben Personen bekannt gemacht werden, die im Verdacht stehen, an einer Vielzahl von bandenmäßigen Betrugsfällen, im gesamten Bundesgebiet beteiligt gewesen zu sein.
Der Auftakt der Ermittlungen
Ausgangspunkt der Ermittlungen war der Betrugsversuch zum Nachteil einer 62-Jährigen aus Leipzig, der sich am 6. Januar 2025 ereignete. Diese erhielt einen Anruf von einer unbekannten weiblichen Person, die sich als Polizeibeamtin Stefanie Klein vorstellte. Die angebliche Polizistin teilte bewusst wahrheitswidrig mit, dass in der Wohngegend der Geschädigten aktuell Einbrüche erfolgen würden. Dabei seien bereits zwei Täter ergriffen worden, zwei weitere seien auf der Flucht. Bei den Festgenommenen solle eine Liste gefunden worden sein, auf welcher die nächsten Zielpersonen erfasst waren. Dort stehe die Geschädigte mit Namen und Adresse an erster Stelle. Ein weiterer unbekannter männlicher Mittäter, der sich als Polizeibeamter Ralf Rößler vorstellte, übernahm das Gespräch und fragte die Geschädigte nach Bargeld und Wertsachen in ihrer Wohnung. Im Anschluss wurde die Geschädigte aufgefordert, ihr vorhandenes Bargeld in einen Umschlag zu packen und es zu Sicherheitszwecken der »Polizei« zu übergeben. Etwa eine Stunde später klingelte es bei der Geschädigten an der Haustür. Die zwischenzeitlich misstrauisch gewordene Geschädigte öffnete nicht und es kam zu keiner Geldübergabe. Stattdessen informierte sie die Polizei. So verließ der Abholer das Grundstück ohne Geld und wurde vor Ort durch die Polizei gestellt. Seitdem befindet sich der Beschuldigte (23, türkisch) in Haft.