Mit einem Vulva-Gips-Workshop will die MEWO Kunsthalle in Memmingen am Internationalen Frauentag zur Enttabuisierung beitragen. Lange Zeit sei das Bild der Vulva tabuisiert, ihre Darstellung häufig als obszön abgetan worden, erläuterte das städtische Museum am Freitag. Bezeichnend für die Unwissenheit über den weiblichen Körper seien etwa auch falsche Darstellungen der Klitoris.
In dem zweistündigen Workshop am 8. März sollten Teilnehmerinnen die Gelegenheit haben, ihre Vulva zunächst mit einer Masse namens Alginat abzuformen - die teils auch in Zahnarztpraxen für den Abdruck der Zähne verwendet wird.
Für dieses Abformen, zu dem sich die Frauen naturgemäß entkleiden müssen, werde eine Ecke abgetrennt, um eine gewisse Privatsphäre zu bieten, sagte der kommissarische Leiter Axel Städter. Die Negativ-Form werde dann mit Gips zur persönlichen Skulptur gegossen.
Zunächst seien diese Skulpturen für den privaten Eigengebrauch gedacht. Man - beziehungsweise frau - könne sie aufstellen oder weiter bearbeiten und bemalen. «Es ist nicht so, dass wir eine Ausstellung anstreben», betonte Städter.