Das 2022 an Sachsens Landesbibliothek in Dresden gegründete Deutsche Archiv der Kulinarik widmet seine erste Ausstellung der «süßen Kunst». Sie erzählt die Kulturgeschichte der Konditorei und Desserts, die nach Angaben der Kuratoren mehr als reiner Genuss sind. Sie spiegelten gesellschaftliche Entwicklungen, künstlerische Strömungen und wissenschaftliche Erkenntnisse wider. So bietet die Schau bis Mitte Januar 2026 eine Reise von 1800 bis in die Gegenwart.
Forschungen zeigen, «süße Speisen sind mehr als bloßer Genuss, Törtchen, Eis oder Pralinen Ausdruck ästhetischer Entwicklungen», erklärten die Kuratoren. Schöpfungen aus Konditorei und Pâtisserie zeugten von Kultur, Handwerk und gesellschaftlichem Wandel und böten Zugänge zu aktuellen Erkenntnissen der Food Studies.
Das Deutsche Archiv der Kulinarik bewahrt einen in den Jahren zuvor unter anderem mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder erworbenen und im Umfang bundesweit einmaligen Bestand an Kulinaria, der wie die Forschung dazu ausgebaut wird. Der Bestand umfasst über 50.000 Kochbücher, Zeitschriften und historische Menükarten, Gebrauchsgrafik, Fotos und audiovisuellen Medien, darunter prominente Sammlungen von Ernst Birsner, Walter Putz, Wolfram Siebeck oder Eckart Witzigmann.
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