Dresden. Innerhalb von gut einem halben Jahr sind an der Straßenbahn-Haltestelle Reichenbachstraße auf der Fritz-Löffler-Straße in der Südvorstadt zwei Menschen schwer zu Schaden gekommen - ein 53-jähriger Mann tödlich, ein 13-jähriges Mädchen schwer verletzt. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen, hält sich zur Ursache aber bedeckt. An diesem Mittwoch soll ein Ortstermin mit der Aufsichtsbehörde klären, ob an der Station etwas getan werden muss.
13-Jährige eingeklemmt: Dezember-Verfahren liegt bei der Staatsanwaltschaft
Bereits am 15. Dezember 2025 war gegen 7.38 Uhr an derselben Haltestelle ein 13-jähriges Mädchen zwischen Bahn und Bahnsteig eingeklemmt und schwer verletzt worden. Die genauen Umstände waren zunächst unklar; auch in diesem Fall musste die Bahn angehoben werden, um das Kind zu befreien.
Das polizeiliche Ermittlungsverfahren - wegen fahrlässiger Körperverletzung (§ 229 StGB) - ist inzwischen abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Zur festgestellten Ursache macht die Polizei keine Angaben; die Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt nun bei der Staatsanwaltschaft.
Vier Unfälle in fünf Jahren: Was die DVB zur Haltestelle sagt
Auf Anfrage hat die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) mitgeteilt, dass es an der Haltestelle in den vergangenen fünf Jahren vier Personenunfälle gegeben habe: je einen 2022 und 2026 sowie zwei im Jahr 2025. In den Jahren 2020, 2021 und 2023 sei es dort zu keinem Personenunfall gekommen. Allen Fällen ist demnach gemein, dass sie sich bei der Einfahrt in den stadteinwärtigen Bahnsteig ereigneten und eine Person seitlich in die Bahn lief.
Bauliche oder betriebliche Besonderheiten sehen die DVB an dem Standort nicht: Bahnsteiggeometrie, Sichtbeziehungen, Gleisquerungen samt Signalisierung und Annäherungsgeschwindigkeit seien identisch zu anderen Haltestellen im Netz. DVB-Sprecher Falk Lösch verweist allgemein darauf, dass eine vorhandene Signalisierung häufig missachtet werde - mitunter, während Betroffene Ohrhörer trügen.
