Das Café Belarus des Dresdner Japanischen Palais hat bis Mitte November zwei besondere Gäste aus dem osteuropäischen Land: das Künstlerduo 1+1=1. In der Schau «Kassandra-Komplex» sind insgesamt 26 Arbeiten von Antanina Slabodchykava und Mikhail Gulin aus Minsk zu sehen. Sie zeugen von der Sehnsucht nach freier Kunstausübung und im Kontrast dazu der Situation in ihrer Heimat. In die Gemälde, Videos, Performances, Zeichnungen und Installationen flossen die Erfahrungen des Paares ein, das sich der zeitgenössischen Kunst verschrieben hat - und damit den Unmut der Staatsmacht auf sich zog.
Gulin hat sich für moderne Aktionskunst entschieden. «Sobald ich dabei anfing, kritische Positionen einzunehmen, begannen die Probleme», erzählte er der Deutschen Presse-Agentur vor der Eröffnung am Donnerstag. Es habe nur wenige Zonen gegeben, «wo man sich öffentlich äußern konnte», aber nicht lange. «Alle Orte sind schon politisiert, nichts ist unbeobachtet, alles wird kontrolliert.» Jede Aktivität Richtung Aktionskunst werde als politische Positionierung gesehen. «Unser Land ist jetzt einen Schritt davor, «entartete Kunst» aus Ausstellungen zu entfernen.»