Im Harz wird der Winter ausgetrieben: Zahlreiche als Hexen und Teufel verkleidete Menschen feiern dort am Sonntag einen alten Brauch, die Walpurgisnacht. Sowohl im zu Sachsen-Anhalt gehörenden Teil des Harzes als auch auf niedersächsischer Seite gibt es viele Veranstaltungen - die Walpurgisnacht zählt zu den größten Touristen-Attraktionen des Harzes.
Benannt ist sie nach der heiligen Walburga. Die 710 in England geborene Benediktinerin soll unter anderem Kranke geheilt haben und an einem 1. Mai heilig gesprochen worden sein.
Hexenfeuer, Umzüge und Theateraufführungen sind unter anderem in Braunlage, St. Andreasberg, Bad Grund und Hahnenklee geplant. Auch in Schierke, Wernigerode, Rübeland und Thale treffen sich Tausende verkleidete Menschen. Auf dem Brocken, dem höchsten Harz-Berg, werden ebenfalls schaurige Gestalten zu finden sein, viele von ihnen bereiten ihre Kostüme wochenlang vor.
In Braunlage präsentiert die Walpurgissippe traditionell eine Abwandlung von Goethes «Faust» im Kurpark. Goethe legte den literarischen Grundstein für die wilden Feste - nach einer Brockenbesteigung im Jahr 1777 hielt er im «Faust» das teuflische Treiben fest.