Das Chemnitzer Kunstfestival «Begehungen» will dieses Jahr einen ehemaligen Güterbahnhof in ein Areal für Gegenwartskunst verwandeln. Als Motto für die nunmehr 18. Auflage des Festivals wurde «Leerzeit» gewählt. «Der leerstehende Bahnhof als Symbolbild für die Leerzeit, in der wir uns alle aktuell befinden», erklärte die Vorsitzende des Trägervereins, Luise Grudzinski. Der Titel stehe eigentlich für Unproduktivität und Unwirtschaftlichkeit und solle von den Künstlern neu besetzt werden. An diesem Montag beginnt die Ausschreibung: Künstler und Künstlerinnen können ihre Konzepte und Ideen online bis Anfang Mai einreichen.
Das Festival präsentiert seit 2003 Kunst an jährlich wechselnden Orten - etwa an einem ehemaligen Gefängnis, in verlassenen Industriegebäuden, einer Brauerei und im vergangenen Jahr in einer abrissreifen Kaufhalle in einem Wohngebiet. Dieses Jahr wurde nun der stillgelegte Bahnhof ausgewählt. Den Angaben zufolge war er 1903 in Betrieb gegangen und einst Drehkreuz für Fabriken im Norden der Stadt. 100 Jahre später sei der Betrieb eingestellt worden.