Stacheldrahtzäune, Überwachung des Grenzgebiets, Zwangsaussiedlungen aus der Sperrzone: Am Grenzdenkmal in Hötensleben (Sachsen-Anhalt) haben Zeitzeugen und Zeitzeuginnen sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft am Donnerstag an die Schließung der innerdeutschen Grenze vor 70 Jahren erinnert. Das DDR-Regime hatte am 26. Mai 1952 damit begonnen, die bis dahin noch durchlässige innerdeutsche Grenze komplett abzuriegeln.
Anlässlich des Gedenktags wurden an dem an der Landesgrenze zu Niedersachsen gelegenen Grenzdenkmal Kränze niedergelegt. Auch eine Gedenkminute gab es, zudem hatten Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen eine Kunstinstallation vorgestellt.
«Die Grenze durchschnitt Grundstücke und Felder, Arbeitswege, Familien, Freundeskreise und Biografien», sagte Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt laut Mitteilung. Dass tausende Menschen ab 1952 aus dem Sperrgebiet zwangsausgesiedelt wurden, habe bis heute Auswirkungen. «Der Verlust ihrer Heimat und ihrer bisherigen sozialen Beziehungen hatte auch einen Verlust der Vielstimmigkeit in den betroffenen Orten zur Folge», sagte Langer. Schwer wiege auch, dass die Betroffenen bis 1989 nicht über ihre traumatischen Erfahrungen und Ängste sprechen konnten.