Erstmals seit Jahrzehnten kann eines der Schmuckstücke aus der Sammlung historischer kurfürstlicher Gewänder der Renaissance der Rüstkammer Dresden wieder öffentlich ausgestellt werden. Das in der Schweiz restaurierte Prunkkleid des Kurfürsten August von Sachsen (1526-1586) «war seit 1939 nicht mehr zu sehen», sagte der Direktor Marius Winzeler am Donnerstag vor der Eröffnung einer Ausstellung im Residenzschloss. Das im 16. Jahrhundert maßgefertigte Kostüm ist für vier Monate in einer Schau «Spitze für den Kurfürsten» zu sehen.
Das prächtige Gewand in den laut Winzeler von Kurfürst August eingeführtem «heraldischen» Hoffarben Gold-Schwarz wurde 2017 bis 2019 in der auf diesem Gebiet der Textilforschung international renommierten Schweizer Abegg-Stiftung in Riggisberg erforscht und konserviert. Sein «ruinöser Erhaltungszustand» sei eine Herausforderung gewesen, berichtete Direktorin Regula Schorta. «Wir mussten abwägen, wie viel von früheren Restaurierungen noch weggenommen werden darf, ohne weiteren Schaden anzurichten.»