Die Leipziger Buchmesse beginnt erst am Donnerstag, aber schon jetzt ist klar, dass es dabei erneut um Rechte gehen wird. Und um den Umgang des Literaturbetriebes mit ihnen: mit rechten Verlagen, rechten Autoren und dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Wie schwer dabei eine Grenzziehung fällt, zeigt die Kontroverse um den Schriftsteller Uwe Tellkamp. Im Diskurs mit dem Lyriker Durs Grünbein hatte Tellkamp seine Nähe zur AfD und der ausländerfeindlichen Pegida in Dresden offen zur Schau gestellt. Bei diesem Thema geht schon lange ein Riss quer durch die sächsische Gesellschaft und zuweilen auch die Staatsregierung.
Wohlgemerkt: Der Streit der Literaten im Dresdner Kulturpalast war so geplant und so gewollt und im Titel schwarz auf weiß zu lesen: «Streitbar! Wie frei sind wir mit unseren Meinungen?» - insofern eigentlich auch alles gut gelaufen. Mit der Veranstaltung Ende vergangener Woche präsentierte sich Dresden im Rahmen der Bewerbung um den Titel «Kulturhauptstadt Europas». Sowohl Tellkamp als auch Grünbein stammen aus Dresden.