Zweieinhalb Jahre nach dem Tod des Komponisten Udo Zimmermann (1943-2021) hat dessen Witwe Saskia eine Biografie des Künstlers samt erstem vollständigem Werkverzeichnis vorgelegt. Das Buch «Ich bin ein Theatermensch» enthält auch persönliche Dokumente und Erinnerungen, unter anderem von prominenten Kollegen und Weggefährten wie Dirigent Herbert Blomstedt oder Regisseur Peter Konwitschny.
Die Theaterwissenschaftlerin arbeitete den künstlerischen Nachlass des Dresdners auf, der als einer der führenden zeitgenössischen Komponisten Europas galt. «Es war sein Wunsch, dass alles ins Musikarchiv der Akademie der Künste nach Berlin geht», erzählte sie der Deutschen Presse-Agentur. Der Schenkungsvertrag sehe vor, dass sie es zuvor substanziell bearbeiten kann.
Zimmermann, der Opern, Vokalsinfonik und Kammermusikwerke schuf, war auch als Intendant und Festivalleiter engagiert für die Neue Musik. Der einstige Dresdner Kruzianer gründete und leitete über viele Jahre das Zentrum für zeitgenössische Musik in Dresden, war Intendant der Oper Leipzig und Generalintendant der Deutschen Oper Berlin. Außerdem verantwortete er die musica viva-Reihe beim Bayerischen Rundfunk.