Im Dresdner Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten hat ein Zeuge die Aussage verweigert. Ihm droht deshalb jetzt Beugehaft. Der 22-Jährige ist momentan selbst in einem Verfahren gegen die rechtsextreme Gruppierung «Sächsische Separatisten» angeklagt und sitzt in der Justizvollzugsanstalt Görlitz in Untersuchungshaft. Am Mittwoch sollte er in dem anderen Prozess über einen Überfall berichten, bei dem am 15. Februar 2020 Teilnehmer eines rechtsextremen Aufmarsches zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg in Wurzen attackiert wurden.
Antifa Ost-Prozess gegen sieben Beschuldigte
In dem Prozess gegen die mutmaßlichen Linksextremisten müssen sich seit November 2025 sieben Beschuldigte verantworten, es ist einer der sogenannten Antifa-Ost-Prozesse. Laut Bundesanwaltschaft sollen sechs von ihnen, darunter eine Frau, einer kriminellen Vereinigung angehört und eine militante linksextremistische Ideologie miteinander geteilt haben. Ein siebter Angeklagte habe die Vereinigung in drei Fällen unterstützt. Angeklagt wurden Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, versuchter Mord und Sachbeschädigung.
Im Fokus steht Johann G.. Er war lange Zeit untergetaucht und den Zielfahndern des Landeskriminalamtes Sachsen Ende 2024 ins Netz gegangen. Das jetzige Verfahren ist faktisch die Fortsetzung des Prozesses gegen die Studentin Lina E. und drei Mitangeklagte. Sie waren 2023 an gleicher Stelle zu Haftstrafen verurteilt worden. Johann G. und Lina E. gelten als Köpfe der Gruppierung.
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