Im Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten wegen Überfällen auf Personen aus der rechten Szene hat ein ehemaliges Mitglied der Gruppe seine Zeugenaussage begonnen. Bereits im vorangegangenen Verfahren gegen die Gruppe um Lina E. hatte der heute 33-Jährige als Kronzeuge ausgesagt. Er wurde 2023 wegen eines Angriffs auf einen rechten Szene-Wirt in Eisenach selbst zu anderthalb Jahren auf Bewährung verurteilt.
33-Jähriger spionierte Opfer aus
Zu diesem Angriff äußerte er sich nun erneut vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Dresden. Der 33-Jährige reiste demnach am Tattag am Dezember 2019 aus Berlin nach Eisenach, unterwegs stieg Johann G., einer der Angeklagten, zu ihm ins Auto. Die Stimmung sei entspannt und ausgelassen gewesen. G. habe er bei der Gruppe abgesetzt, die später den Angriff durchführte, und dann das Opfer ausspioniert, so der 33-Jährige. Die Beobachtungen habe er per Telefon an die Angreifer weitergegeben und sei dann weggefahren.
Auch zu Trainings, mit denen sich die Gruppierung auf «schnellstmögliche Angriffe mit maximaler Effizienz» gegen Neonazis vorbereitete, machte der Zeuge Angaben. Es sei darum gegangen, eine Überzahl herzustellen und die das Opfer zu verletzen. 30 Sekunden sollten die Angriffe dauern.