Im Streit um den geplanten Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle drängt eine Bürgerinitiative auf ein neues Verkehrsgutachten. Die Initiative «Gegen die neue Flugroute» forderte die Landesdirektion Sachsen auf, die bisherigen Prognosen zur Entwicklung des Luftverkehrs umfassend überprüfen zu lassen. Hintergrund seien aus Sicht der Initiative deutliche Abweichungen zwischen früheren Prognosen und der tatsächlichen Entwicklung des Frachtverkehrs.
Zweifel an bisherigen Prognosen
In einem Schreiben an die Landesdirektion argumentiert die Initiative, die bisherigen Gutachten der Intraplan Consult GmbH hätten das Wachstum des Luftverkehrs systematisch überschätzt. Als Beispiel verweist sie auf eine nach unten korrigierte Verkehrsprognose für den Flughafen München. Auch am Flughafen Leipzig/Halle liege die tatsächliche Zahl der Flugbewegungen seit Jahren deutlich unter den früheren Erwartungen. Für 2024 nennt die Initiative rund 15.500 Flugbewegungen weniger als ursprünglich prognostiziert.
Die Initiative fordert deshalb ein «neues, unabhängiges und wissenschaftlich nachvollziehbares Verkehrsgutachten». Bis dahin sollte man von weiteren Ausbauentscheidungen Abstand nehmen.