Am Morgen nach der Amokfahrt in Leipzig mit zwei Todesopfern und drei Schwerverletzten herrscht am Tatort Trauer und Wut. Immer wieder kommen Menschen auf dem Weg zur Arbeit am Augustplatz vorbei und äußern ihre Bestürzung. «Ich bin derart erschüttert über die Tat. Es zeigt uns, wie verletzlich wir sind», sagt eine 63-Jährige. Sie fragt sich, wieso ein Mensch so viele andere Menschen in den Tod reißen könne.
Großes Mitgefühl für die Opfer
«Ich fühle mich nicht mehr sicher und gehe bei großen Veranstaltungen in der Stadt immer nur ganz außen am Straßenrand, weil ich Angst habe», betont sie. Am frühen Morgen war eine Passantin gekommen und hatte eine Kerze aufgestellt. Sie habe großes Mitgefühl für die Opfer. Die Stadtverwaltung hat die Flaggen auf dem Vorplatz des Neuen Rathauses auf halbmast gesetzt.
Am Montagnachmittag war ein Mann mit seinem Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren und fuhr dabei mehrere Menschen an. Der 33-jährige deutsche Staatsbürger wurde von der Polizei noch im Auto gestellt und festgenommen. Bei der Tat wurden eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann getötet, drei Menschen wurden schwer verletzt.