Gestiegene Bau-, erhöhte Energiepreise und eie anhaltend gute Baukonjunktur machen die Errichtung des neuen Großgefängnisses für Sachsen und Thüringen in Zwickau immer teurer. Die genehmigten Gesamtbaukosten liegen aktuell bei rund 303 Millionen Euro, wie das Finanzministerium in Dresden auf Anfrage mitteilte. Das ist mehr als eine Verdoppelung der anfangs berechneten 150 Millionen Euro Investition. Zwischenzeitlich war die Prognose bereits auf 174 Millionen Euro angehoben und dann im Juni 2021 für den Neubau mit 235 Millionen Euro veranschlagt worden.
Weitere Gründe für die Kostensteigerung waren Änderungen in der Planung. Der Abriss alter Fundamente auf dem Gelände des früheren Bahn-Ausbesserungswerkes und die vergebliche Suche nach einem Generalauftragnehmer hatten den für 2017 beabsichtigten Baubeginn immer wieder verzögert, sagte ein Ministeriumssprecher. Mit der Corona-Pandemie kamen zusätzliche Hygieneauflagen hinzu.
Nun hat die Anlage bereits Gestalt angenommen. Die Rohbauten an allen 14 Gebäuden sollen im September abgeschlossen sein. «Die ersten sind bereits rohbaufertig», sagte der Ministeriumssprecher. An sechs Hafthäusern, Arbeitsbetrieben, Multifunktionsgebäuden und einem kleinerem Gärtnereigebäude würden schon Dächer abgedichtet. Je nach Rohbaufortschritt erfolgten der Einbau der Klinkerfassaden sowie die Montage der Fenster.