Mehr Expertise und technisches Knowhow sollen Sachsens Justiz gegen die wachsende Cyberkriminalität helfen. Die Ermittlungskapazitäten in diesem Bereich werden um zwei Schwerpunktstaatsanwaltschaften mit je drei Stellen für speziell dafür ausgebildetes Personal in Dresden und Leipzig verstärkt, wie Justizministerin Katja Meier (Grüne) am Montag in Dresden sagte. Sie arbeiteten eng mit der schon bestehenden Zentralstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft zusammen. Zur künftig dreistufigen Struktur gehören zudem Sonderdezernate in den Staatsanwaltschaften Chemnitz, Görlitz und Zwickau. Damit solle das Vorgehen gegen gut organisierte und gut vernetzte sowie zunehmend aus dem Ausland agierende Täter effektiver und «schlagkräftiger» werden.
«Die seit Jahren steigenden Fallzahlen sind eine zunehmende Bedrohung der Gesellschaft, es bedarf daher einer effektiveren Bekämpfung», sagte die Ministerin. Nach ihren Angaben wurden für Deutschland 2022 das dritte Jahr in Folge über 130.000 Fälle erfasst. Verschiedene Studien gingen von einer erheblichen Dunkelziffer aus - nach Schätzungen werde nur etwa einer von zehn Fällen angezeigt. Dabei gebe es «einen eklatanten Anstieg der sogenannten Auslandstaten». Zum Teil existenzgefährdete Geschädigte lebten in Deutschland, die Täter aber seien im Ausland oder teils nicht identifizierbar.