Die oberfränkische Gemeinde Trogen will den Bau der Stromtrasse SüdOstLink auf ihrem Gebiet weiter mit rechtlichen Mitteln verhindern. Die Gemeinde reichte beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Dienstag eine Klage sowie einen Eilantrag ein, wie ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage mitteilte. Beides richtet sich gegen einen Planfeststellungsbeschluss der Bundesnetzagentur für den geplanten Abschnitt der Trasse von Münchenreuth im Landkreis Hof nach Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel.
Keine aufschiebende Wirkung der Klage
Nach Angaben von Tennet ist es dem Stromnetzbetreiber «ein großes Anliegen, das Projekt im Einklang mit den betroffenen Kommunen und Privatpersonen umzusetzen». Die Gesamtabwägung habe aber ergeben, dass die von der Gemeinde vorgeschlagene Alternative in den Belangen Umwelt, technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit gegenüber der im Planfeststellungsbeschluss festgelegten Variante nicht vorzuziehen sei.
Bereits vor Einreichung der Klage hatte ein Sprecher zudem mitgeteilt, dass Klagen gegen Planfeststellungsbeschlüsse grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung hätten. Bauarbeiten könnten in der Regel auch dann starten oder fortgesetzt werden, wenn eine Klage eingereicht wurde.
Über die Stromtrasse SüdOstLink soll ab 2027 grüner Strom von Klein Rogahn nahe Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern über Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt bis zu einem Netzverknüpfungspunkt bei Landshut transportiert werden. Der bayerische Abschnitt, der rein als Erdkabel verlaufenden Trasse, ist rund 270 Kilometer lang. Anfang November hatte Tennet im Landkreis Hof begonnen, die ersten Kabel zu verlegen.