Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat nach den Krawallen beim letzten Spiel der vergangenen Saison Dutzende Stadionverbote gegen Beteiligte verhängt. In einer öffentlichen Anhörung zweier Ausschüsse des Dresdner Stadtrates gab Jürgen Wehlend, kaufmännischer Geschäftsführer des Clubs, am Montag zu Protokoll, dass es bis Anfang September insgesamt 102 entsprechende Anträge zu Verboten gab. In 80 Prozent der abgeschlossenen Fälle habe man Verbote erlassen, in 19 Fällen verzichtet, einige seien noch offen. Gegen elf Vereinsmitglieder würden Ausschlussverfahren laufen. Dynamo Dresden verurteile die Ausschreitungen auf das Schärfste, so Wehlend.
Das betroffene Heimspiel des damaligen Drittligisten Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0) fand am 16. Mai wegen der Corona-Pandemie ohne Fans statt. Im nahe gelegenen Großen Garten hatten sich aber Tausende Menschen eingefunden, um den Aufstieg Dresdens in die 2. Bundesliga zu feiern. Noch während des Spiels griffen mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten massiv mit Pyrotechnik an. 185 Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben verletzt. Zudem gab es zahlreiche verletzte Dynamo-Fans. Die Polizei nahm 40 Randalierer fest. Das Ausmaß der Gewalt löste Entsetzen aus.