Die Bundesanwaltschaft hat in ihrem Plädoyer im NSU-Prozess den mutmaßlichen Terrorhelfer André E. als engsten Eingeweihten des «Nationalsozialistischen Untergrunds» bezeichnet. «Als legaler Arm des NSU genoss er volles Vertrauen», sagte Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München. E. sei immer zur Stelle gewesen, wenn das NSU-Trio aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt seine Hilfe brauchte.
Zu Beginn von Weingartens Vortrags hatte eine Gruppe von Störern auf der Zuschauertribüne lautstark gegen «institutionalisierten Rassismus» protestiert. Daraufhin unterbrach das Gericht die Verhandlung kurz. Justiz-Wachleute führten die Protestierenden aus dem Saal.
Nach Überzeugung der Anklage wusste E., dass die drei NSU-Mitglieder mit Schusswaffen und Sprengstoff Zuwanderer töten wollten und ihren Lebensunterhalt mit der Beute aus Überfällen bestritten. Er habe mehrmals Wohnmobile gemietet, mit denen Mundlos und Böhnhardt zu Tatorten gefahren seien. Die fanatische Nazi-Ideologie und das «Todeskonzept» des NSU vertrete er bis heute, sagte Weingarten. E. habe die theoretischen Schriften und literarischen Vorbilder gekannt, die als «Blaupause» für das Vorgehen des NSU gedient hätten.