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Nikolaikirche Görlitz: Spannender Ausflug in die lokale Geschichte

Eine Frau schaut auf Papierblätter in ihrer Hand, in einem Kirchenraum, im Hintergrund ein Beamer, Büchertisch und 2 weitere Personen
Lesung mit Beata und Robert Błażejczak in der Nikolaikirche. Foto: Thomas Friebe
Von: Bürgerjournalismus in Sachsen
Die expressionistische Umgestaltung der Görlitzer Nikolaikirche zur zentralen Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs durch den Architekten Martin Elsaesser jährt sich 2026 zum 100. Mal. Aus diesem Anlass hat die Evangelischen Kulturstiftung Görlitz eine Veranstaltungsreihe zum Jubiläum organisiert.

Ein Bericht von Thomas Friebe

Am 11. Juni fanden gleich zwei Veranstaltungen in der Nikolaikirche statt. Zunächst stellte das polnische Autorenpaar Beata und Robert Błażejczak mehrere Bücher zu Geschichten und Geschichte beidseits der Neiße vor. Die leidenschaftlichen Hobbyhistoriker haben sich der Erforschung, Erhaltung und Verbreitung von geschichtlichem Wissen über die Oberlausitz verschrieben. Denn, so Beata Błażejczak „Geschichte kann Menschen auf beiden Seiten der Neiße verbinden“. Im Zentrum des Vortrages stand das zweisprachige (deutsch und polnisch) Buch „Miasto w ogniu. Die Stadt in Flammen. Zgorzelec / Görlitz 1717“. Es beschäftigt sich ausführlich mit den Bränden in Görlitz von 1131 bis 1817 und enthält zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen, Ausschnitte aus Stichen, Pläne und zeitgenössische Fotos. Grundlage für dieses Buch waren umfangreiche Recherchen in polnischen und deutschen Archiven und Bibliotheken. Das nächste Projekt ist schon in Planung. Es soll die Geschichte eines Ritters erzählen, der als erster bekannter Bewohner der östlichen Stadtseite von Görlitz im 12. Jahrhundert gilt.

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eine Gruppe steht vor einem Seitenbereich einer Kirche, vor der Gruppe steht ein Mann und zeigt einen Kirchengrundriss

Führung zur mittelalterlichen Baugeschichte der Nikolaikirche mit Kai Wenzel.
Foto: Thomas Friebe


Den gelungenen Abschluss des Nachmittags bildete eine Führung mit dem Kunsthistoriker Kai Wenzel. Unter dem Titel „Die mittelalterliche Baugeschichte der Nikolaikirche. Eine Spurensuche am Gebäude“ gab Wenzel rund 30 Besucherinnen und Besuchern kompetent und unterhaltsam Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Kirche.

Bürger und Gäste von Görlitz können sich bis Oktober 2026 noch auf sieben weitere Jubiläumsveranstaltungen freuen.


Termine im Überblick

Sonnabend, 4. Juli 2026, Nikolaifriedhof, Führung „Blumen der Vergänglichkeit“ mit OKR i.R. Margrit Kempgen

Freitag, 10. Juli 2026, Nikolaikirche; „100 Jahre Umgestaltung der Nikolaikirche im expressionistischen Stil“ mit Dipl.-Restaurator Sven Hübner

Freitag, 31. Juli 2026, Nikolaifriedhof, Grufthausführung „Besuch beim König von Görlitz“ mit OKR i.R. Margrit Kempgen

Sonnabend, 1. August 2026, Nikolaikirche, Führung durch die Ausstellung „Nie wieder Krieg“ mit OKR i.R. Margrit Kempgen

Freitag, 21. August 2026, Nikolaikirche, Vortrag „Das Unfassbare – und die Suche nach Sinn. Die Bibelzitate in der Görlitzer Nikolaikirche“ mit Pfarrer Dr. Hans-Wilhelm Pietz

Sonnabend, 26. September 2026, Nikolaifriedhof, Führung „Bestattungskultur in Görlitz“ am Beispiel des Nikolaifriedhofes mit OKR i.R. Margrit Kempgen

Sonnabend, 31. Oktober 2026, Nikolaikirche, Abschluss-Führung „Die Nikolaikirche zwischen Reformationsstätte und Gedächtnisort“ mit OKR i.R. Margrit Kempgen


Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts "Bürger machen Journalismus" entstanden.
Mehr Informationen zum Projekt - und wie auch Sie teilnehmen können - finden Sie unter: www.buergerjournalismus-sachsen.de

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