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Künstler messen Grünzeiten für Autos und Fußverkehr in Görlitz

Künstler messen Grünzeiten für Autos und Fußverkehr in Görlitz
Foto: Gaby Steinert
An einer Görlitzer Ampelkreuzung wird sichtbar gemacht, wie viel Zeit Autos und Fußgänger:innen im Verkehr bekommen. Die öffentliche Aktion ist Teil eines Forums zu Kultur und nachhaltiger Entwicklung.

Aktion an der Christoph-Lüders-Straße macht Verkehrszeiten sichtbar

Wie gerecht verteilt sich die Zeit an einer Ampel zwischen Autos und Menschen zu Fuß? Dieser Frage gehen die Künstler Henrik Mayer und Martin Keil von der Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT am Freitag, 2. Oktober, in Görlitz nach. An der Ampelkreuzung Christoph-Lüders-Straße messen sie von 14:00 bis etwa 14:30 Uhr gemeinsam mit Teilnehmenden die Grün- und Rotzeiten für den Autoverkehr und den Fußverkehr.

Die öffentliche Aktion ist bewusst niedrigschwellig angelegt. Passant:innen sind eingeladen, spontan mitzumachen oder die Messung einfach zu beobachten. Mit Stoppuhren, Schildern, Fähnchen und Menschengruppen wird sichtbar, was im Alltag oft verborgen bleibt: Wem gibt der öffentliche Raum wie viel Zeit?

Ein konkretes Verhältnis zwischen Auto und Fußverkehr

Über mehrere Messungen hinweg entsteht ein direkt vergleichbares Verhältnis zwischen der Grünzeit für Autos und der für Fußgänger:innen. Das Ergebnis wird nicht vorab veröffentlicht. Wer wissen möchte, wie die Ampelschaltung an dieser Görlitzer Kreuzung tatsächlich ausfällt, kann die Aktion vor Ort verfolgen.

Die Messung ist Teil des deutsch-polnischen Forums „Kultur für nachhaltige Entwicklung“, das am selben Tag in der RABRYKA – Zentrum für Jugend und Soziokultur im Werk I stattfindet. Dort kommen rund 60 Kulturschaffende aus Sachsen und Niederschlesien zusammen, um die Rolle von Kultur für eine nachhaltige Entwicklung der Region zu diskutieren.

Kultur als Raum für Wandel und Zusammenarbeit

Das Forum blickt auf Nachhaltigkeit nicht nur aus ökologischer Perspektive, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe. Kultur kann Menschen zusammenbringen, neue Sichtweisen eröffnen und Veränderungen praktisch erlebbar machen. „Nachhaltigkeit ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine kulturelle Aufgabe“, sagt Robert Trautmann von der RABRYKA. „Kultur kann Zukunft erlebbar machen und Räume eröffnen, in denen Menschen neue Wege ausprobieren.“

Die Konferenz bringt Teilnehmende aus Sachsen und Niederschlesien zusammen. Durch Simultanübersetzung können sich deutsche und polnische Gäste unmittelbar austauschen. Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops zu nachhaltiger Kulturarbeit, internationalen Jugendprojekten, gerechter Transformation im Grenzraum, Spieleentwicklung als Bildungsmethode und nachhaltigem Tourismus. Ein „Markt der Möglichkeiten“ präsentiert zudem elf Projekte und Initiativen aus der Region, die an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung arbeiten.

Während sich das Forum vor allem an Fachleute aus Kultur und Zivilgesellschaft richtet, ist die Ampelaktion in Görlitz für alle offen. Sie verbindet eine konkrete Alltagssituation mit der Frage, wie öffentliche Räume verteilt und genutzt werden.