Görlitz startet Präventionsarbeit mit breiter Beteiligung
Die Stadt Görlitz will Kinder frühzeitig stärken und die Prävention in den Alltag von Kitas, Grundschulen und Horten bringen. Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus wurde im September der Ansatz einer kommunalen Präventionskette vorgestellt. Oberbürgermeister Octavian Ursu begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung präventiver Angebote für die Stadt.
Mehr als 50 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, darunter Leitungen und Fachkräfte aus Kitas und Schulen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Jugendamt, Gesundheitsamt, Landesamt für Schule und Bildung und Stadtrat. Vorgestellt wurde das Programm von Dr. Charlotte Peter, Co-Geschäftsführerin der Papilio gGmbH, und Ellen Martin, freier Papilio-Trainerin.
Was Papilio im Alltag von Kindern bewirken soll
Papilio ist ein wissenschaftlich fundiertes Präventionsprogramm, das die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern fördert und Verhaltensproblemen vorbeugen soll. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Kind, sondern auch das Umfeld: Pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte werden darin geschult, Kinder im Alltag beim Umgang mit Gefühlen, Konflikten und sozialen Situationen zu begleiten.
Das Programm setzt genau dort an, wo Kinder sich täglich bewegen. In der Kita, im Unterricht oder im Hort lernen sie beispielsweise, Gefühle wahrzunehmen, Rücksicht zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. So entstehen Fähigkeiten, die für Freundschaften, Lernen und ein gesundes Aufwachsen wichtig sind.
Präventionskette soll Einrichtungen besser verbinden
Ein besonderer Schwerpunkt in Görlitz liegt auf dem Aufbau einer kommunalen Präventionskette. Papilio bietet dafür Fortbildungen für verschiedene Altersgruppen an – von Kindern unter drei Jahren über den Kindergarten bis in die Grundschule. Damit können Angebote über die einzelnen Stationen des Aufwachsens hinweg aufeinander abgestimmt werden.
„Prävention setzt am besten dort an, wo Kinder ihren Alltag verbringen – in der Kita, in der Schule und im Hort“, sagt Anett Rafelt, Amtsleiterin des Amtes für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Görlitz. Ziel sei es, Fachkräfte zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen weiterzuentwickeln.
Fortbildungen und Perspektiven für 2026 und 2027
Für die zweite Jahreshälfte 2026 sind zwei Seminare Papilio 0–3 sowie ein Kurs Papilio 6–9 geplant. Anfang 2027 soll Papilio 3–6 folgen. Die mehrteiligen Fortbildungen finden in Seminarräumen der Jägerkaserne statt.
Unterstützt wird die Einführung durch mehrere Partner: Die BARMER fördert als Präventionspartner Papilio-U3 und Papilio-3bis6, während Papilio-6bis9 durch die Stadt Görlitz sowie durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unterstützt wird. Perspektivisch sollen in Görlitz auch eigene Trainerinnen ausgebildet werden, um das Angebot dauerhaft vor Ort zu verankern.
Mit dem Aufbau der Präventionskette setzt Görlitz auf einen langfristigen Ansatz, der Kinder von den ersten Lebensjahren bis zum Übergang in die Grundschule begleitet und zugleich die Fachkräfte stärkt.