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Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau stellt Spielzeit 2026/2027 vor

Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau stellt Spielzeit 2026/2027 vor
Foto: Lilly Recknagel
Von: Uwe Tschirner
Unter dem Motto „GRENZE MENSCH“ präsentiert das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau seine Spielzeit 2026/2027 mit 31 Neuproduktionen. Das Programm reicht von Oper und Schauspiel bis Tanz und Konzert.

Spielzeit unter dem Motto „GRENZE MENSCH“

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau hat am 28. Mai die neue Spielzeit 2026/2027 vorgestellt. Der designierte Intendant Philipp Bormann und die künstlerische Leitung setzen dabei auf ein Leitmotiv, das bewusst offen gehalten ist: „GRENZE MENSCH“. Gemeint sind damit nicht nur geografische Linien, sondern auch persönliche, gesellschaftliche und kulturelle Grenzerfahrungen.

In einer Zeit, die von Digitalisierung, Beschleunigung und Überforderung geprägt ist, betont das Theater den Wert des analogen Miteinanders. Der direkte Austausch im Saal, das gemeinsame Erleben und die künstlerische Auseinandersetzung ohne Bildschirm stehen im Mittelpunkt. Gerade im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien erhält dieser Gedanke eine besondere Bedeutung, weil Grenzen hier im Alltag ständig mitgedacht und neu verhandelt werden.

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31 Neuproduktionen in allen Sparten

Insgesamt umfasst die Spielzeit 2026/2027 31 Neuproduktionen in Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzert und Jungem Theater. Das Haus will dabei unterschiedliche Perspektiven auf das Spielzeitmotto eröffnen und die Vielfalt seiner Sparten sichtbar machen. Die Inszenierungen reichen von Klassikern über Wiederentdeckungen bis hin zu Uraufführungen und eigens entwickelten Formaten.

Musiktheater zwischen Oper, Operette und Neuentdeckung

Im Musiktheater beginnt die Saison Anfang Oktober mit Georges Bizets Carmen. Die Oper erzählt von Freiheit, Begehren und gesellschaftlichen Grenzen und passt damit unmittelbar zum Spielzeitthema. Im Frühjahr 2027 folgt Alban Bergs Wozzeck, ein intensives Porträt eines Menschen am Rand der Gesellschaft. Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt verbindet antike Mythen mit Satire und Revue. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die deutsche Erstaufführung einer kürzlich wiederentdeckten Ballettmusik.

Mit Messeschlager Gisela zieht ab Juni Leipziger Messeflair in den Alten Schlachthof Görlitz ein. Die Uraufführung Gaga in Görliwood führt bereits im Januar mit Fantasie und Humor in eine eigens entwickelte Lausitzer Theaterwelt. Damit zeigt das Musiktheater nicht nur bekannte Stoffe, sondern auch Lust auf neue Formen und regionale Bezüge.

Schauspiel mit Blick auf Gesellschaft und Grenzerfahrungen

Das Schauspiel richtet den Fokus auf Systeme, Umbrüche und persönliche Krisen. Dalton Trumbos Johnny zieht in den Krieg erzählt ab Oktober von Isolation und den Grenzen menschlicher Wahrnehmung. Erich Kästners Fabian oder Der Gang vor die Hunde thematisiert gesellschaftliche Unsicherheit und moralische Orientierungslosigkeit in einer Zeit des Umbruchs.

Für den Sommer kehrt Carl Zuckmayers Der Hauptmann von Köpenick als Sommertheater auf den Marktplatz Zittau zurück. Hinzu kommen zwei Uraufführungen: Worte machen von Sigrid Behrens, ein spielerisches Stück über Sprache, Schweigen und Verständigung, sowie Bäumels Tod oder Im Wald von Jaroslav Rudiš. Das eigens für das Theater geschriebene Stück verbindet Poesie, skurrilen Humor und die Frage nach den Grenzen zwischen Leben und Tod.

Tanz zwischen Körper, Technik und Fantasie

Die Tanzsparte beschäftigt sich in der neuen Spielzeit mit Übergängen zwischen Körper, Projektion und Bewegung. Coppélia – Ein mechanischer Traum verbindet ab November die Tanzcompagnie mit der Neuen Lausitzer Philharmonie, Urban Dance und elektronischen Klangwelten. Im Frühjahr 2027 folgt Welt Raum, ein intergalaktischer Tanzabend zwischen Popmusik, Kosmos und Bewegung.

Philharmonie mit Jubiläum und musikalischen Brücken

Auch die Konzertsparte setzt starke Akzente. Die Neue Lausitzer Philharmonie feiert in dieser Spielzeit ihr 30-jähriges Jubiläum. Die Philharmonischen Konzerte greifen Themen wie Schicksal, Reisen, Ländervielfalt und Zukunftsfragen auf und schlagen musikalische Brücken zwischen Polen, Tschechien und Deutschland.

Ergänzt wird das Programm durch die Reihe Glanzlichter, das Weihnachtskonzert und das Junge Konzert, das seit 15 Jahren Musik, Theater, Tanz und Fantasie für Kinder und Familien verbindet. Damit bleibt das Theater auch in der kommenden Saison ein Ort für unterschiedliche Generationen und Perspektiven.

Vorverkauf startet im Juni

Mit dem Spielplan 2026/2027 knüpft das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau an seine regionale Verankerung an und öffnet zugleich den Blick für neue Formen und Themen. Der Vorverkauf für die neue Spielzeit beginnt am 9. Juni 2026.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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