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Franziska Schubert fordert Erhalt der Textilausbildung in Löbau

Franziska Schubert fordert Erhalt der Textilausbildung in Löbau
Foto: Benjamin Jenak
Die geplante Verlagerung des Berufsschulunterrichts von Löbau nach Plauen sorgt in der Oberlausitz für Kritik. Franziska Schubert warnt vor Hürden für Auszubildende und Betriebe.

Franziska Schubert kritisiert Verlagerung nach Plauen

Die Oberlausitzer Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Franziska Schubert, hat das sächsische Kultusministerium aufgefordert, den geplanten Wegfall des Ausbildungsgangs „Maschinen- und Anlagenführung mit Schwerpunkt Textiltechnik“ am BSZ Löbau zu überdenken. Nach dem Entwurf des Ministeriums soll der Berufsschulunterricht ab dem Schuljahr 2027/28 nach Plauen verlagert werden.

Schubert sieht darin ein falsches Signal für eine Region, die stark von der Textilindustrie geprägt ist. Sie verwies darauf, dass die Oberlausitz nicht nur historisch, sondern auch heute noch eine bedeutende Textilregion sei. Zahlreiche Familien hätten ein textiles Erbe, zugleich gebe es vor Ort Unternehmen, die hochwertige Produkte herstellen und auf Nachwuchs angewiesen seien.

Weite Wege erschweren die Ausbildung

Besonders kritisch bewertet Schubert die Auswirkungen für die Auszubildenden. Viele begännen ihre Lehre mit 16 oder 17 Jahren und hätten weder ein eigenes Auto noch die Möglichkeit, zusätzlich eine Unterkunft am Schulort zu finanzieren. Nach Angaben der Betriebe dauere die Anreise aus Teilen der Oberlausitz nach Plauen mit öffentlichen Verkehrsmitteln rund vier Stunden pro Strecke. Diese Belastung müsse bei der Entscheidung berücksichtigt werden, so Schubert.

Auch der Verband der Nordostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie hat nach eigenen Angaben dem Kultusministerium Stellungnahmen von zehn Unternehmen aus der Region übergeben. Die Betriebe wollen weiterhin ausbilden, befürchten jedoch zusätzliche Hürden bei der Suche nach Nachwuchs, falls der Standort Löbau entfällt.

Fachkräftebedarf und vorhandene Strukturen in Löbau

Im Schuljahr 2025/26 werden am BSZ Löbau 31 Auszubildende in diesem Beruf unterrichtet. Das Schulzentrum verweist zudem auf ausgebildete Fachlehrkräfte, langjährige Kontakte zu den Betrieben und eine Ausstattung, in die der Landkreis investiert hat. Aus Sicht Schuberts spricht vieles dafür, diese vorhandenen Strukturen weiter zu nutzen, statt sie aufzugeben.

Sie fordert deshalb ein Gespräch zwischen Kultusministerium, Landkreis Görlitz, BSZ Löbau, Textilverband und den ausbildenden Unternehmen. Nur gemeinsam könne ein tragfähiger Plan entstehen, um junge Menschen für den Beruf zu gewinnen und die Ausbildung in der Oberlausitz zu sichern.

„Plauen ist ein wichtiger Standort für die Textilausbildung, daran besteht kein Zweifel“, sagte Schubert. „Die Betriebe in der Oberlausitz brauchen jedoch ebenfalls eine erreichbare Berufsschule. Man muss hier nicht zwei Textilregionen gegeneinander ausspielen.“