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Ein Blick zur Seite: Das Leben an der Autobahn A4

Ein Blick zur Seite: Das Leben an der Autobahn A4
Die ehemalige Reichsautobahn 9 war in den 1950er Jahren im polnischen Niederschlesien ein Ziel für Sonntagsausflüge und Fahrradtouren. Die Aufnahme entstand bei Kanth, nahe Breslau (heute: Kąty Wrocławskie). Foto-Atelier von Karol Danielewicz, Verein der Freunde der Region Kąty
Im Schlesischen Museum zu Görlitz geht es um die A4 als Kulturlandschaft zwischen Breslau und Görlitz. Drei polnische Gastreferenten sprechen über Reisearchitektur, Erinnerung und den Alltag am Rand der Autobahn.

Ein Abend über Architektur, Landschaft und Bewegung

Am Dienstag, 29.09.2026, um 18:00 Uhr lädt das Schlesische Museum zu Görlitz, Eingang Fischmarkt 5, zu einem Vortrag mit Diskussion ein. Unter dem Titel „Ein Blick zur Seite. Das Leben an der Autobahn A4“ richtet sich der Blick auf einen Abschnitt der Autobahn zwischen Breslau und Görlitz, der weit mehr ist als nur eine Verkehrsverbindung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Autobahnräume wahrgenommen, genutzt und gestaltet werden – von Parkplätzen und Tankstellen bis zu Überführungen, Werbetafeln und Raststätten.

Reisearchitektur am Straßenrand

Die Veranstaltung betrachtet die A4 als Kulturlandschaft und lenkt die Aufmerksamkeit auf jene Orte, die Reisende meist nur flüchtig wahrnehmen. Straßenränder, Gasthäuser, Motels und Rastplätze werden dabei als Teil einer eigenen Architektur des Unterwegsseins verstanden. Diskutiert wird auch, ob solche Orte mehr sein können als funktionale Infrastruktur und ob sie ein Reiseerlebnis prägen können.

Perspektiven aus Wissenschaft, Architektur und Kunst

Mit Dr. Agata Ciastoń, Dr.-Ing. habil. Łukasz Wojciechowski und Dr.-habil. Piotr Skiba kommen drei polnische Gäste zu Wort, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Autobahn beschäftigen. Ciastoń bringt als Kulturwissenschaftlerin historische und gesellschaftliche Perspektiven ein, Wojciechowski hat die Phänomene entlang der Straße fotografiert und untersucht, während Skiba als Künstler seine Inspiration häufig auf Autobahnparkplätzen findet.

Erinnerung an die Reichsautobahn und Gegenwart der A4

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Spuren der Vorkriegs-Reichsautobahn. Die Referenten fragen, wie sich die Bedeutung der A4 im Lauf der Zeit verändert hat: von einem von den Nationalsozialisten instrumentalisierten Projekt hin zu einer Straße, die heute Menschen und Regionen verbindet. Damit kann sie auch als Raum gemeinsamer deutsch-polnischer Erinnerung gelesen werden.

Teilnahme und Organisation

Die Diskussion wird von Krzysztof Dobrowolski geleitet, der als Kulturwissenschaftler und Projektmanager in den Bereichen Kunst und Sport arbeitet. Die Veranstaltung findet mit Simultanübersetzung statt. Der Eintritt kostet 3 Euro.