Infektionen mit Scharlach sind in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr stark angestiegen. Nach einer Analyse der DAK-Gesundheit wurden 2023 in Sachsen-Anhalt und Thüringen rund sechsmal mehr Kinder mit Scharlach in Arztpraxen behandelt als im Vorjahr, in Sachsen dreimal so viele. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Sonderanalyse im Rahmen des DAK-Kinder- und Jugendreports.
In Sachsen waren hochgerechnet rund 18.200 Kinder im Alter von einem bis 14 Jahren betroffen – der höchste Stand der vergangenen fünf Jahre. In Sachsen-Anhalt waren es rund 11.500 Kinder, in Thüringen rund 8.700 Kinder. In allen drei Ländern bedeutet dies der höchste Stand der vergangenen fünf Jahre.
Mediziner sehen Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie als Ursache. Während der Covid-19-Pandemie gingen die Scharlach-Diagnosen von Ärztinnen und Ärzten nach Angaben der DAK stark zurück – mit dem niedrigsten Stand 2021. Ab 2022 nahmen die Scharlach-Infektionen aber merklich zu.
«Die pandemiebedingte "Infektvermeidung" hatte neben den schwierigen sozialen auch negative infektiologische Folgen. Von zentraler Bedeutung ist die Arzneimittelversorgung: Wir brauchen eine stabile Versorgung mit oralem Penicillin», sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Michael Hubmann.