Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen in Sachsen mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen als noch vor einem Jahr. Wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab, ist die monatliche Eigenbeteiligung im Freistaat zum 1. Januar 2026 auf durchschnittlich 2.986 Euro gestiegen. Das sind 266 Euro mehr als zum Jahresbeginn 2025 (2.720 Euro).
Je länger jemand in einem Pflegeheim ist, desto stärker greifen allerdings Zuschüsse der Pflegekassen zur reinen Pflege. Damit sinkt die Belastung mit zunehmender Aufenthaltsdauer: Im zweiten Jahr im Heim liegt die Eigenbeteiligung in Sachsen zum Jahresbeginn bei 2.689 Euro, im dritten Jahr bei 2.293 Euro und im vierten Jahr bei 1.797 Euro, wie es hieß.
Große Unterschiede in den Ländern
Regional gibt es große Unterschiede. Im Ländervergleich am teuersten war die Pflege im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar in Bremen mit durchschnittlich 3.637 Euro im Monat und im Saarland mit 3.601 Euro. Am niedrigsten war die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim nun in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2.903 Euro.
Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. «Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen», sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an.