Die Grünen warnen vor weiteren Lücken im Gesundheitswesen auf dem Land. Bereits im vergangenen Jahr hätten 380 Stellen für Hausärztinnen und Hausärzte nicht besetzt werden können, erklärte Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Sächsischen Landtag. Auch an Fachärzten fehle es vielerorts. Trotz dieser alarmierenden Entwicklung plane die Minderheitskoalition aus CDU und SPD Kürzungen in diesem Bereich.
Ärztemangel im ländlichen Raum besonders groß
«Die Spartherapie, mit der CDU und SPD das Land überziehen wollen, wird die Gesundheitsversorgung in Sachsen verschlechtern. Besonders betroffen ist auch hier wieder der ländliche Raum, wo der Ärztemangel besonders stark zu spüren ist», betonte die Politikerin. So seien etwa Kürzungen bei den Mitteln der fachärztlichen Weiterbildung geplant. Dabei sei gerade die Weiterbildung eine wichtige Unterstützung für angehendes Fachpersonal und für die Anwerbung für eine Tätigkeit im ländlichen Raum.
Schubert kritisiert ferner auch Abstriche bei Modellvorhaben und hält manche der gesetzten Prioritäten für fragwürdig. So wolle das Sozialministerium beispielsweise beim Geriatrienetzwerk Ostsachsen - angesiedelt am Klinikum Görlitz - derart einsparen, dass es de facto arbeitsunfähig werden würde, hieß es. Die geplanten Kürzungen würden das Ende des Netzwerkes bedeuten und mühsam aufgebaute Strukturen leichtfertig zerstören. «In einer älter werdenden Bevölkerung ist das realitätsfern.»