Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) legt angesichts von Ärztemangel in Sachsen den Finger in die Wunde. «Wenn in Sachsen mehr als 400 Hausarztstellen unbesetzt sind, dann ist das eine katastrophale Situation. Wir haben das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt, aber es fehlen immer mehr Ärzte», sagte Parteichefin Sahra Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur. Sie hatte Zahlen im Bundestag erfragt.
BSW fordert mehr Studienplätze und bessere Vergütung
«Wir brauchen mehr Medizinstudienplätze, eine stärkere Verpflichtung zur Niederlassung als Hausarzt und ein besseres Vergütungssystem. Das geht nur mit einem Gesundheitsminister, der die Patienten in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und nicht die Profitinteressen der Pharmaindustrie», erklärte Wagenknecht abschließend.
KV Sachsen beklagt Bürokratie und Mängel bei Digitalisierung
Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KV) sah schon 2024 die ambulante medizinische Versorgung im Freistaat gefährdet. Immer mehr Haus- und Facharztpraxen stünden vor dem Aus, weil sich politische Rahmenbedingungen verschlechtern, zog die KV im Mai 2024 Bilanz. Trotz langer Arbeitszeiten bleibe immer weniger Zeit für Patienten. Als Gründe wurden überbordende Bürokratie und unausgereifte Digitalisierungsmaßnahmen genannt.
Bundestag beschließt bessere Bedingungen für Hausärzte
Nun sollen bessere Bedingungen für Hausarztpraxen die Versorgung für Millionen Menschen in Deutschland stärker absichern. Darauf zielt ein Gesetz von Lauterbach, das der Bundestag am Freitag beschloss. Es regelt finanzielle Anreize und Vereinfachungen und soll so auch mehr Zeit für Patienten schaffen. «Einen Termin beim Hausarzt zu bekommen, wird endlich wieder deutlich einfacher – insbesondere für gesetzlich Versicherte», versprach Lauterbach.