Schlagersänger Roland Kaiser sieht Künstler in der Verantwortung, sich auch zur politischen Lage zu äußern. «Menschen, die wie ich eine Stimme haben, der man zuhört, stehen in der Pflicht. Wenn sie merken, dass es in unserem Land Entwicklungen gibt, die man nicht gutheißen kann, dann müssen sie ihre Stimme erheben und für eine Verbesserung der Situation kämpfen», sagte der 67-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.
Kaiser erinnerte an eine Kundgebung, die im Januar 2015 in Dresden als Reaktion auf die islamfeindliche Pegida-Bewegung stattfand. Als er damals seine Rede hielt, habe er sich nicht gegen etwas gestellt, sondern für Toleranz, Mitmenschlichkeit und den Dialog geworben. «Das war mir wichtig, und das ist bei den Leuten auch so angekommen», sagte der Sänger («Schach Matt», «Santa Maria», «Joana», «Warum hast du nicht nein gesagt»). Künstler müssten ihre Stimme erheben, aber immer auch für den Dialog sein.
Mit Blick auf den aktuellen Wahlkampf in Sachsen und Brandenburg warb das SPD-Mitglied Kaiser für Anständigkeit. «Ich wünsche mir, dass die Politikerinnen und Politiker, die um Wählerstimmen kämpfen, dem Mitbewerber gegenüber Fairness walten lassen - in jeder Beziehung.» Dass er sich über den aktuellen Zustand der SPD nicht freue, dürfte klar sein: «Ich habe aber auch kein allgemeines Rezept, den Zustand wieder so weit zu verbessern, dass wir zu Wahlergebnissen oberhalb der 30 Prozent kommen.»