Die Saftpressen stehen bereit, aber die Früchte fehlen: Nach großflächigen Frostschäden im Frühjahr blicken Sachsens Mostereien sorgenvoll auf die bald beginnende Hauptsaison. Im Streuobstbereich habe es «quasi einen Totalausfall» gegeben, sagt Andreas Mehlhorn, Vorsitzender des Fruchtsaftverbandes Sachsen. Der Frost habe so gut wie alles dahingerafft – Äpfel, Birnen, Quitten, aber auch Sauerkirschen und Beeren.
«Traditionell beziehen wir den größten Teil unserer Früchte aus den Gärten der Leute.» Dort habe der späte Kälteeinbruch im Frühjahr besonders zugeschlagen, so Mehlhorn, der auch Geschäftsführer der Fruchtsaftkelterei Mehlhorn in Langenbernsdorf (Landkreis Zwickau) ist. «Die Keltereien werden nur das verarbeiten können, was in der Blütezeit nicht erfroren ist.»
Im langjährigen Schnitt würden Sachsens Keltereien etwa 6.000 Tonnen Streuobst pro Saison verwerten. Schon vergangenes Jahr war mit 4.500 Tonnen eher schwach. Optimale Erntejahre lägen laut Mehlhorn bei bis zu 10.000 Tonnen. «Dieses Jahr erwarten wir einen Ausfall von neunzig bis einhundert Prozent.» Keltern und Mosten sind zwei Begriffe, die meist synonym verwendet werden.