Die extremen Hitzerekorde machten in den vergangenen Sommertagen auch vielen Ehrenamtlichen das Leben schwer. Während Sportvereine ihre Spiele absagten und Pflegeeinrichtungen versuchten, die Räume für ihre Bewohner kühl zu halten, passierte in Leipzig etwas Unerwartetes: Ausgerechnet die Hitzewelle brachte eine der größten Freiwilligenaktionen Sachsens seit der Corona-Pandemie in Bewegung.
In der Messestadt sorgten die Rekordtemperaturen für einen Ausnahmezustand der besonderen Art. Die Hitze ließ die Fugenmasse von Asphalt und Beton aufweichen. Die vorbeifahrenden Straßenbahnen drückten diese zähe Masse direkt auf die Schienen und in die Weichen. Die Folge: Antrieb und Bremsen der Straßenbahnen verklebten, die Schienen konnten den Strom nicht ordentlich leiten und auch die Weichen funktionerten nicht mehr. Der Straßenbahnverkehr in Leipzig wurde daraufhin am Samstag Abend den 27.06. eingestellt.
Von der ersten Stunde an kämpften rund 50 Mitarbeitende gegen die überlaufende Bitumenschicht an den Gleisen und reinigten circa 60 verklebte Triebwagen. Die körperlich sehr anstrengende Arbeit verlangte den Mitarbeitenden viel Kraft ab, sodass Hauptamtliche aus verschiedenen Bereichen der Verkehrsbetriebe, Stadt- und Wasserwerke aushalfen und im Einsatz auf den Gleisen waren.
