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Die unglaubliche Bilanz der Dresdner Lebensmittelretter

Foodsharing-Nutzer bedient sich am Kühlschrank Fair-Teiler im Garten der Dresdner Bürgerstiftung
Der Fair-Teiler - Foodsharing in der Dresdner Bürgerstiftung | Foto: Marius Fischer
Von: ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden
In Dresden wird das Retten von Lebensmitteln zum echten Gemeinschaftsprojekt - Ob vor dem Künstlerhaus in Loschwitz oder im Garten der Bürgerstiftung, das Netzwerk an Foodsharing-Stationen wächst. An immer mehr Standorten zeigt das Projekt, wie ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln direkt vor der eigenen Haustür beginnen kann.

Die Idee hinter der Foodsharing-Bewegung ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll: Überflüssige Lebensmittel werden nicht weggeworfen, sondern kostenfrei für alle zugänglich gemacht. Was als kleine Initiative von Ehrenamtlichen nach Dresden kam, ist in der sächsischen Landeshauptstadt heute längst eine feste Instanz im Kampf gegen die Verschwendung. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie aus einfachen Kühlschränken lebendige Orte der Begegnung werden

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Vom kleinen Projekt zum riesigen Rettungs-Netzwerk

Die Wurzeln dieser Bewegung reichen in Dresden zurück bis in das Jahr 2014. Ursprunglich von einer Handvoll engagierter Menschen initiiert, hat sich das Projekt heute zu einem großen Netzwerk von Foodsharern entwickelt. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht diese Dimensionen: Im letzten Jahr waren es knapp 900 Ehrenamtliche, die gemeinsam über 12.000 Abholungen von Lebensmitteln in der Landeshauptstadt organisierten. So konnten hier seit Beginn des Projektes bereits fast 2000 Tonnen genießbare Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet werden.

"Dass es quantitativ so rasant groß werden würde, hängt vor allem auch daran, dass sich immer wieder Menschen ehrenamtlich eingebracht haben und dass eben auch vergleichsweise viele Unternehmen mitmachen und überschüssige Lebensmittel an uns abgeben. Auf der menschlichen Ebene ist durchaus eindrucksvoll, wie viele Personen bereit sind, etwas gegen Verschwendung zu tun, und sich somit eben auch für mehr Lebensmittelwertschätzung und Nachhaltigkeit einsetzen" berichtet Jörg Schwerdtfeger. Als Foodsaver der ersten Stunde hat er die Dresdner Initiative von Anfang an maßgeblich mitgestaltet.

Kern des ganzen Projektes sind die sogenannten „Fair-Teiler“. Hierbei handelt es sich um Lebensmittelstationen, an welchen Menschen Lebensmittel hinterlegen oder diese abholen und verwerten können. Wer auf der Suche nach der nächsten Station ist, findet im Netz eine komplette Übersicht zu allen Standorten in Dresden. Das Besondere an diesem Konzept ist seine absolute Barrierefreiheit: Die Fair-Teiler funktionieren völlig gemeinnützig und ohne jede Gegenleistung. Hier muss niemand seine Bedürftigkeit vorweisen – das Retten steht im Vordergrund. 

Der Rote Fair-Teiler Kühlschrank im Garten der Bürgerstiftung Dresden
Der Fair-Teiler im Garten der Dresdner Bürgerstiftung | Foto: Marius Fischer

Jörg Schwerdtfeger erklärt es so: „Uns geht es in erster Linie darum, dass überschüssige Lebensmittel gerettet werden, bevor man sie wegwirft. Das hat für uns nichts mit Gegenleistung oder Bedürftigkeit zu tun. Von daher ist uns natürlich jeder Mensch willkommen, der etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen möchte.“

Damit dieses System im Alltag funktioniert, liegt ihm ein klares Regelwerk und Eigenverantwortung der Gemeinschaft zu Grunde. Bei dem Befüllen der Lebensmittelstationen gilt eine einfache Faustregel: Nur das hineingeben, was man auch selbst noch bedenkenlos essen würde. Außerdem ist es Sinnvoll darauf zu achten, ob ein Standort über eine Kühlfunktion verfügt, um verdorbene Produkte zu vermeiden. Am Ende lebt das Projekt vom Mitmachen: Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam für Sauberkeit und Hygiene sorgen, kann das Projekt in den Stadtteilen langfristig bestehen.

Gemeinschaft schmeckt besser!

Der Kampf gegen die Verschwendung ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Wer die Dresdner Fair-Teiler kennt, weiß genau wie diese sich immer mehr zu lebendigen Treffpunkten in der Nachbarschaft entwickeln. Während dem Ablegen von Lebensmitteln entstehen fast automatisch Gespräche und neue Kontakte. Es entwickelt sich ein echtes, ungezwungenes Miteinander – eine Dynamik die in modernen Großstadtvierteln immer seltener wird. Dass Foodsharing Menschen zusammenbringt, ist dabei kein reines Nebenprodukt, sondern tief im Selbstverständnis der Bewegung verankert.

Um dieses Bewusstsein noch weiter in die Dresdner Stadtgesellschaft zu tragen, setzt die Initiative regelmäßig auf kreative Events und Aktionen. Ob bei einem gemeinsamen Abendbrot im Haus der Begegnung oder einem großen Nachhaltigkeitsfrühstück in Kooperation mit der TU Dresden – die Gelegenheiten zum Austausch sind vielfältig. Hierbei geht es zwar vordergründig um leckeres Essen, im Kern sensibilisieren diese Veranstaltungen aber auch für einen wertschätzenden Umgang mit unseren Ressourcen.

Die Dresdner Fair-Teiler zeigen eindrucksvoll, dass nachhaltiger Klimaschutz keine graue Theorie sein muss, sondern direkt vor der eigenen Haustür schmeckt. Am Ende reicht oft schon ein bewusster Blick in den eigenen Kühlschrank, um selbst Teil dieser wachsenden Bewegung zu werden.

ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden
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ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden

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