Die Idee hinter der Foodsharing-Bewegung ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll: Überflüssige Lebensmittel werden nicht weggeworfen, sondern kostenfrei für alle zugänglich gemacht. Was als kleine Initiative von Ehrenamtlichen nach Dresden kam, ist in der sächsischen Landeshauptstadt heute längst eine feste Instanz im Kampf gegen die Verschwendung. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie aus einfachen Kühlschränken lebendige Orte der Begegnung werden
Kern des ganzen Projektes sind die sogenannten „Fair-Teiler“. Hierbei handelt es sich um Lebensmittelstationen, an welchen Menschen Lebensmittel hinterlegen oder diese abholen und verwerten können. Wer auf der Suche nach der nächsten Station ist, findet im Netz eine komplette Übersicht zu allen Standorten in Dresden. Das Besondere an diesem Konzept ist seine absolute Barrierefreiheit: Die Fair-Teiler funktionieren völlig gemeinnützig und ohne jede Gegenleistung. Hier muss niemand seine Bedürftigkeit vorweisen – das Retten steht im Vordergrund.

Jörg Schwerdtfeger erklärt es so: „Uns geht es in erster Linie darum, dass überschüssige Lebensmittel gerettet werden, bevor man sie wegwirft. Das hat für uns nichts mit Gegenleistung oder Bedürftigkeit zu tun. Von daher ist uns natürlich jeder Mensch willkommen, der etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen möchte.“
Damit dieses System im Alltag funktioniert, liegt ihm ein klares Regelwerk und Eigenverantwortung der Gemeinschaft zu Grunde. Bei dem Befüllen der Lebensmittelstationen gilt eine einfache Faustregel: Nur das hineingeben, was man auch selbst noch bedenkenlos essen würde. Außerdem ist es Sinnvoll darauf zu achten, ob ein Standort über eine Kühlfunktion verfügt, um verdorbene Produkte zu vermeiden. Am Ende lebt das Projekt vom Mitmachen: Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam für Sauberkeit und Hygiene sorgen, kann das Projekt in den Stadtteilen langfristig bestehen.